Willkommen im Jahr 2013 – das Jahr von Social-Media und Gaming?

Liebe Leser,

ich hoffe Ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen? Ich sitze gerade bei guten Freunden und genieße einen entspannten Start in das Jahr 2013. Ich möchte in diesem Beitrag über mein Jahr 2012 schreiben. Was lief gut? Was könnte man noch besser machen?

Der Rückblick auf das Vergangene ist für mich immer sehr wichtig. Dabei geht es nicht nur um eine Evaluation oder ein internes Monitoring. Es geht auch darum zu sehen, was man alles schon erreicht hat. Viele meiner Kunden begleite ich über einen längeren Zeitraum. Einmalige Workshops bringen in der Regel eher wenig. Viele Fragen entstehen erst dann, wenn man das Erlernte umsetzen möchte. Wenn man ein Unternehmen oder eine Institution über einen längeren Zeitraum begleitet, indem man z.B. alle vier Monate einen Social-Media-Coaching-Workshop durchführt, kann man weitaus mehr erreichen. Dies hat auch damit zu tun, dass Social-Media nicht nur die Arbeit auf Plattformen wie Facebook oder Twitter bedeutet. Es geht ebenso um die Wirkung von Social-Media nach innen. Social-Media und Gaming sind keine Technologien. Sie stehen für eine neue Kultur und Unternehmen und Institutionen werden in der digitalen Welt nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn sie in der Lage sind, diese neue Kultur zu verstehen und in die eigene Kultur zu integrieren.

Dieser Prozess dauert in der Regel mindestens ein Jahr und er hat einen Einfluss auf nahezu alle Geschäftsbereiche. Dieser „Kulturwandel“ geht aber nicht ohne Rückschläge und Schwierigkeiten vonstatten. Für viele Menschen bedeutet die digitale Welt eine sehr große Herausforderung. Es entstehen völlig neue Berufsbilder. Immer wieder erzählen mir Mitarbeiter, dass sie ihren Beruf vor 10 oder 15 Jahren gelernt haben und nun erleben, dass alles oder vieles was sie damit verbinden und was sie gelernt haben nun keine Bedeutung mehr hat. Das betrifft nicht nur die neuen Aufgaben. Vielmehr wurden und werden sehr viele Menschen bis heute in der Aus- und Weiterbildung nicht auf ein „lebenslanges Lernen“ bzw. eine lebenslange und individuelle Weiterentwicklung vorbereitet.

Viele Menschen stehen der digitalen Welt sehr kritisch gegenüber. Andere haben sogar Angst davor. Gerade für diese Gruppen bedeutet die digitale Welt eine Herausforderung, der sie sich nicht gewachsen sehen. Sie haben das Gefühl vor einer unendlich hohen Wand zu stehen, die sie nicht bewältigen können. Ich habe diesen Effekt sehr oft beobachten können und deshalb „zwinge“ ich meine Kunden dazu, am Ende eines Jahres sich eine halbe Stunde Zeit zu nehmen und sich den bereits zurückgelegten Weg anzusehen. Wir neigen sehr oft dazu, nur das zu sehen was noch alles getan werden muss und vergessen dabei das, was wir alles erreicht haben.

Also schaue auch ich zurück auf das Jahr 2012 und ja, es war ein gutes Jahr. Ich habe wieder eine Vielzahl an Unternehmen und Institutionen in die digitale Welt begleiten dürfen. Insgesamt waren es mehr als 35 Unternehmen, Institutionen sowie Städte und Gemeinden. Dabei ging es nicht nur um Social-Media sondern auch um das mobile Internet und die Welt des Gamings. Meine Mobile-Internet-Roadshow für Bibliotheken ist ein großer Erfolg. Das Social-Media-Gaming-Barbecue hat sich auch weiter entwickelt. Insgesamt habe ich mehr als 160 Nächte im Hotel verbracht und meine Bahncard glühte:-) Ich durfte auf tollen Konferenzen sprechen und habe eine Vielzahl an spannenden Menschen kennengelernt. Auch meine Aktivitäten in dem von mir mitgegründeten Verein „Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V.“ waren erfolgreich.

Michael Stephens „Learning Everywhere“ from Zukunftswerkstatt on Vimeo.

Die Tour mit Michael Stephens, die Gaming-Liga und viele weitere Aktivitäten lassen den Verein stetig wachsen. Das besondere Highlight in diesem Bereich sind aber die stetig wachsende Zahl an Zukunftsentwicklern. Ich bin immer öfter auch im Ausland aktiv und was besonders wichtig ist: es macht mir sehr großen Spass.

Natürlich lief nicht alles perfekt. Es gab Rückschläge und Niederlagen. Sicher, ich konnte am Ende alle Probleme lösen und ich konnte zudem sehr viel lernen. Aber manches blieb liegen. Im zweiten Halbjahr haben vor allem meine eigenen Onlineaktivitäten zurückstecken müssen. Es war nicht so, dass ich überhaupt nichts gemacht habe. Aber ich hatte weitaus mehr vor. Das ganze ist ein bisschen paradox. Ich berate und begleite Unternehmen und Institutionen in der analogen Welt auf ihrem Weg in die digitale Welt und bin damit so erfolgreich, dass mir die Zeit fehlt, selber online aktiv zu sein. Damit geht auch einher, dass ich nicht so viel ausprobieren konnte wie ich wollte.

Die wichtigste Erkenntnis war für mich aber die, dass Social-Media und Gaming nur dann funktioniert, wenn man sich die damit verbundene Kultur zu eigen macht, und das dies genau das die größte Herausforderung ist. Ich weiß, dass ich dies schon sehr oft geschrieben habe und natürlich ist diese Erkenntnis nicht neu. Aber im letzten Jahr ist mir sehr oft vor Augen geführt worden, dass dies (immer noch) das Kernthema ist.

Nun also beginnt ein neues Jahr und es zeichnet sich ab, dass es viele Veränderungen geben wird. Auch in diesem Jahr werde ich wieder Unternehmen und Institutionen bezüglich Social-Media, Gaming und dem mobilen Internet begleiten. Es gibt wieder sehr spannenden Kunden. U.a. werde ich einen „Social-Media-Aussendienst“ starten. Mehr dazu in Kürze auf meinem Blog. Ich werde aber zudem sehr viel Zeit in meine eigene Weiterbildung und ein kleines Forschungsprojekt investieren. In diesem Jahr werde ich auch mein erstes Buch zum Thema Gaming veröffentlichen. Die Mobile-Internet-Roadshow wird massiv ausgebaut. Und im Januar startet auch das mobile Gaming-Lab. Das Social-Media-Gaming-Barbecue werde ich komplett umbauen. Es wird zu einer Plattform werden, auf der man Rezepte für Barbecues und Social-Media-Aktivitäten austauschen kann. Im Januar startet auch ein weiterer Blog von mir. Dieser Blog wird sich mit Zukunftsszenarien für Unternehmen und Institutionen beschäftigen und „Nachrichten aus der Zukunft“ heißen. Ich werde dort fiktive Nachrichten aus dem Jahr 2023 veröffentlichen. Diese Nachrichten beziehen sich auf Aktivitäten und Nachrichten aus der jetzigen Zeit. Im Februar darf ich mit dem US-amerikanischen Experten Eli Neiburger auf Deutschland-Tour gehen.

Eli Neiburger arbeitet an der Ann Arbour District Library und beschäftigt sich mit völlig neuen Konzepten für die Kultur- und Wissensvermittlung. Sein Fokus liegt dabei auf dem Thema Gaming. Er hat u.a. den „National-Gaming-Day“ ins Leben gerufen und er ist zudem mein „Partner in Crime“ beim Aufbau der Deutsch-Amerikanischen Gaming-Liga. Diese Tour ist ein Projekt der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. und der US-Botschaft Berlin. Zusammen mit der stARTconference möchte ich in Berlin ein stARTcamp zum Thema „Scheitern“ veranstalten.

Es liegt also sehr viel Arbeit vor mir. Ihr werdet die Veränderungen und Entwicklungen online verfolgen können. Über alle Projekte werde ich berichten und ich hoffe ich schaffe mein persönliches Ziel, in diesem Jahr mindestens 100 Blogbeiträge zu schreiben.

Nun bleibt mir nur noch Danke zu sagen. Danke an meine Partnerin und meine Freunde, die mich im letzten Jahr so gut wie gar nicht mehr gesehen haben. Danke an meine Kunden für fantastische Workshops und vor allem das Vertrauen in meine Person. Vielen Dank auch an meine Kooperationspartner und die vielen Hotels, die sich so toll um mich gekümmert haben.

Ich freue mich auf ein spannendes Jahr 2013…

Beste Grüße

Christoph Deeg

Bibliotheken, eBooks, Apps, iPads – die „Mobile-Internet-Roadshow für Bibliotheken“

Liebe Leser,

in der der letzten Woche war ich wieder in Bibliotheken aktiv. Nachdem ich zwei Tage an der Universitätsbibliothek Mainz den zweiten Social-Media-Workshop durchgeführt hatte, ging es in dann in Darmstadt um das Thema „Mobiles Internet“.

Das mobile Internet erscheint zunehmend eine neue Herausforderung für Bibliotheken zu werden. Nachdem durch das sog. Web 2.0 eine völlig neue Form der Kultur- und Wissensvermittlung entstanden ist, geht es nun darum, dass Internet überall mit sich führen zu können. Smartphones, Tablet-PCs, Apps. und eBooks gewinnen zunehmend an Bedeutung. Aus dieser Situation entstehen neue Fragestellungen und Herausforderungen für die Bibliotheksarbeit. In diesem Blogbeitrag möchte ich stichpunktartig die wesentlichen Herausforderungen sowie einen von mir dafür entwickelten Workshop beschreiben. Beginnen wir mit den Herausforderungen:

eBooks gibt es schon länger aber jetzt scheinen sie sich durchzusetzen. Immer mehr Menschen lesen eBooks. Immer mehr Unternehmen bieten eBook-Reader und/oder eBook-Stores an. Für Bibliotheken ist dies gleich mehrfach bedeutend. Zum Einen müssen Sie überlegen, wie sie ein Angebot entwickeln können, mit dem sie eBooks verleihen. Ein erster Schritt ist sicherlich die sog. „Onleihe“. Die Onleihe ermöglicht es Bibliotheks-Kunden, eine Auswahl an eBooks digital auszuleihen. Benötigt wird nur ein kompatibler eBook-Reader oder ein Tablet-PC (z.B. ein iPad) oder aber ein Smartphone. Bei den beiden letztgenannten funktioniert das Ganze mittels einer App. Das Angebot an eBooks ist noch sehr klein und die Funktionalitäten sind sehr beschränkt aber es ist zumindest ein erster Schritt. Allerdings gibt es mit Skoobe und Amazon ernstzunehmende Konkurrenz. Skoobe ermöglicht gegen eine Gebühr das „Ausleihen“ von Büchern und Amazon verfügt zum jetzigen Zeitpunkt über die mit Abstand beste Hard- und Software und plant zudem ebenfalls ein eigenes Verleihangebot.

Zum Anderen verändern sich auch die eBooks an sich: sie werden zu animierten Apps. Auf meinem iPad habe ich z.B. ein paar Jugendbücher, bei denen der Text nur ein Teil des Gesamtproduktes ist. Ich kann neben dem Lesen die jeweilige Welt interaktiv erforschen, Aufgaben lösen und mir natürlich die Geschichte auch vorlesen lassen. In dem Moment, in dem eBooks zu Apps. werden, können Bibliotheken das klassische Geschäftsmodell, welches u.a. den kostenlosen Zugang zu verschiedenen Inhalten beinhaltet, nicht mehr aufrecht erhalten.

Neben den neuen eBook-Formaten stellen auch die „normalen“ Apps. eine Herausforderung für Bibliotheken dar. Gerade Plattformen wie das iPad ermöglichen neue Formen der Visualisierung unterschiedlichster Inhalte. Kombiniert mit spielerischen Elementen ermöglichen sie völlig neue Formen der Kultur- und Wissensvermittlung. Aber wie schon bei den neuen eBook-Formaten werden Bibliotheken auch hier keine kostenlose Alternative als Verleihgeschäft anbieten können.

Gleichzeitig werden viele Bibliothekare in zunehmendem Maße mit Anfragen zu eBooks und eBook-Readern, Smartphones, Tablet-PCs, Apps. etc. konfrontiert. Aber was sagt man einem Kunden, der einen Amazon Kindle gekauft hat und nun fragt, wie man damit Bücher aus der Onleihe lesen kann? „Tut mir leid, das geht nicht“? Welche alternativen Services können Bibliotheken anbieten, wenn das klassische Verleihgeschäft an Bedeutung verliert? Wie reagiert man auf die Tatsache, dass Bibliotheken zum Einen mit dem Verleihgeschäft gedruckter Werke noch immer mehr als ausgelastet sind, und zum Anderen sehr schnell mit der Entwicklung neuer Angebote begonnen werden muss? Wie also können Bibliotheken das mobile Internet für sich nutzen?

Um diese und noch viele weitere Fragen beantworten zu können habe ich die „Mobile-Internet-Roadshow“ aufgebaut. Ziel dieses Workshops ist es, den teilnehmenden Bibliotheksmitarbeitern einen ersten Einblick in dieses Thema zu ermöglichen. Die Teilnehmer sollen aber nicht nur theoretisches Wissen erlangen, sondern zudem die Geräte und Angebote selber ausprobieren. Aus diesem Grund bringe ich eine Sammlung an eigenen Tablet-PCs, Smartphones und eBook-Readern mit. Die Mitarbeiter der Bibliothek können also selber Apps. und eBooks runterladen und ausprobieren. Fotos und Videos aufnehmen und auf meinen extra dafür erstellten Accounts bei Facebook, Twitter etc. posten.

Im Anschluss daran diskutieren wir gemeinsam, was diese neuen Medien und Inhalte für die Bibliothek bedeuten und wie man sich erfolgreich in diesem Feld positioniert.

Wer mehr zur „Mobile-Internet-Roadshow“ wissen möchte kann mir entweder eine Mail an christoph.deeg@googlemail.com schreiben oder aber wir treffen uns nächste Woche auf dem Bibliothekartag 2012 in Hamburg vom 21.05. – 25.05.

Natürlich gibt es auch eine Mobile-Internet-Roadshow für andere Kultureinrichtungen und Unternehmen. Das Grundmodell ist gleich, es werden aber andere Themen behandelt.

Beste Grüße

Christoph Deeg