Videointerview zum Wochenstart: Christina Tribble – Social-Media-Trainerin des US-State-Departments

Liebe Leser,

im letzten Jahr habe ich zusammen mit Christina Tribble Social-Media-Workshops für die Mitarbeiter der US-Botschaft Berlin sowie der US-Konsulate durchgeführt. Dabei habe ich auch das folgende Interview mit Christina Tribble aufgenommen. Viel Spass damit…

Christoph Deeg

Gamescom – Social-Media-Monitoring und Barbecue

Liebe Leser,

bevor ich mich weiter ins Getümmel der Gamescom stürze, möchte ich Euch über den gestrigen Tag berichten. Es began um 09h mit meinem Vortrag beim Treffpunkt Kulturmanagement zum Thema Social-Media-Monitoring. Der Treffpunkt Kulturmanagement ist ein wirklich tolle Sache. Einmal im Monat treffen sich alle Kulturmanagement-Interessierten online auf einer Konferenzplattform und diskutieren über unterschiedlichste Themen. Die Teilnahme ist kostenlos und ich empfehle dieses Projekt nicht nur Kulturmanagern sondern allen, die in Unternehmen oder Institutionen Verantwortung übernehmen wollen oder sollen. Das Besondere: alle Konferenzen werden aufgezeichnet und so könnt Ihr hier meinen Vortrag und die anschließende Diskussion nochmal verfolgen.

Danach ging es auf die Gamescom. Ich habe viele tolle neue Ideen gesehen und einige Spiele ausprobiert. Ich schaue mir nicht nur die großen Blockbuster an. Sehr oft findet man in einigen „Nischen“ unglaublich tolle Ideen bzw. Spiele. Und natürlich suche ich vor allem nach der Kultur in und um die Spiele.

Es sind wieder unglaublich viele Eindrücke, Gespräche und Spiele und ich werde noch eine sehr lange Zeit Blogbeiträge zu den einzelnen Themen posten können.

Heute möchte ich nur auf einen Geburtstag hinweisen: Zelda wird 25 Jahre alt. Das ist ein sehr großes Geburtstagsfest. In den letzten 25 Jahren haben die Prinzessin und ihr Helfer „Link“ eine Vielzahl an Abenteuern erlebt.

Auf der Gamescom gibt es eine große Wand, auf der jeder Interessierte eingeladen ist, seine Glückwünsche zu hinterlassen. Ich habe die Prinzessin und Link getroffen, als sie gerade die Glückwunschnachrichten bestaunten. Und schaut Euch die Nachrichten an – die Spieler mögen Zelda:-)


Was können wir daraus lernen? Natürlich ist Zelda eine virtuelle Figur. Und doch gibt es eine Beziehung der Spieler zu dieser Figur. Es hat denke ich weniger mit der Figur als vielmehr mit den persönlichen Erinnerungen der Spieler zu tun. Es werden Erinnerungen wach an 25 Jahre Lebenszeit. Für diese Spieler ist Zelda Teil ihres Lebens – wenn auch nur ein kleiner. Diese persönliche Verbindung ist faszinierend. Natürlich gibt es dies nicht nur bei den Spielen. Aber während ich bei einem Buch oder einem Film ein Abenteuer konsumiere, bin ich hier aktiv mit dabei. Ich werde Teil des Spiels und Teil der Geschichte. Zelda’s Geschichte habe ich selber aktiv gestaltet – sowas verbindet:-)

Nach der Gamescom ging es zum Social-Media-Gaming-Barbecue. Und das wurde ein richtig spannender und toller Abend. Es waren sehr unterschiedliche Menschen dabei. Zwei Mitarbeiter aus Bibliotheken, ein Architekt, ein Social-Media-Manager, ein Journalist und Blogger, ein Hardware-Tester aus Belgien etc. Das Wetter war schlecht und wir hatten keinen Grill. Also führte und Droid Boy zu drei spannenden Locations. Dort fand die Ausstellung Platine 2011 statt. Dabei geht es um „elektronische Kunst und alternative Spielformen“. Ich kann Euch nur unbedingt empfehlen, diese Ausstellung zu besuchen – es lohnt sich wirklich.

Gaming ist weitaus mehr als das, was wir auf der Gamescom sehen. Wenn wir gerade solche „anderen“ Ausstellungen besuchen, können wir erahnen, welche Möglichkeiten im Gaming stecken. Ausstellungen wie die Platine 2011 sind wie kleine Innovationsfeuerwerke. Auch wenn man gar kein Gamer ist lohnt es sich vorbeizukommen. Man wird mit einer anderen Welt und anderen Ideen konfrontiert – und man kann lernen wie Menschen mit unterschiedlichen Inhalten arbeiten – und was passiert, wenn man Menschen Raum für Kreativität gibt:-)

Es war ein spannender und toller und begeisternder Abend mit vielen Gesprächen und einem tollen Gute-Nacht-Snack:-) Und es gab zwei Videointerviews, die Ihr Euch unbedingt ansehen solltet:

Interview mit Lukas Höh anläßlich des Social-Media-Gaming-Barbecue from Christoph Deeg on Vimeo.

Video mit Droid Boy alias Thomas Riedel anläßlich des Social-Media-Gaming-Barbecue from Christoph Deeg on Vimeo.

Beste Grüße

Christoph Deeg

Bibliotheken und Foursquare – was man auch noch machen könnte

Liebe Leser,

am 12. Juli habe ich über Foursquare und Bibliotheken geschrieben. Mein Best-Practise-Beispiel war dabei die Stadtbücherei Münster. Diese Bibliothek gehört zu einer Gruppe von 24 Bibliotheken, die ich aktuell in die Welt des Web 2.0 begleite. Wie bereits geschrieben, fand ich die Art und Weise, wie die Stadtbücherei Münster mit Foursquare arbeitet vorbildlich.

Nun habe ich auf der Facebookseite der Bücherei einen interessanten Beitrag zur Onlineplattform „Muensterload“ gelesen:

Dabei geht um eine „Virtuelle Bibliothek“ mit vielen tausend unterschiedlichen digitalen Medien. Ich finde dieses Angebot ziemlich interessant und ich glaube, dass viel zu wenig Menschen wissen, das Bibliotheken so etwas anbieten. In diesem Beitrag möchte ich aber nicht über digitale Medien und die tollen Angebote von Bibliotheken schreiben. Mir geht es um den Satz: „Österreich, Ägypten, Japan, Peru … Die „24-Stunden-Bibliothek im Münsterland“ wird weltweit genutzt.“ Zuerst möchte ich sagen, dass ich es sehr begrüße, dass sich Bibliotheken nicht mehr nur auf die „lokalen“ Nutzer beschränken. Dieses und viele weitere Angebote machen die Bibliotheken global zu einer spannenden Institution. Es geht also nicht mehr alleine darum, die Menschen in meiner Stadt zu erreichen. Vielmehr geht es um den globalen Zugang zu digitalen Medien. Was hat das aber nun mit Foursquare zu tun?

In dem zitierten Satz wird beschreiben, dass Menschen aus aller Welt den Service von Muensterload nutzen. Nun könnte man meiner Meinung nach folgendes tun. Wie wäre es mit einem Aufruf an alle Menschen, die Muensterload nutzen und nicht in Münster leben? Wie wäre es, wenn man diese Gruppe bitten würde, immer dann bei Foursquare einzuchecken, wenn man gerade ein Stück aus dem digitalen Bestand von Muensterload konsumiert? Menschen würden also irgendwo auf diesem Planeten bei Foursquare einchecken und zudem posten, dass sie z.B. gerade ein eBook zu Innovationsmanagement lesen, welches sie bei Muensterload downgeloaded haben. Hierfür könnte man auch einen eigenen Hashtag wie z.B. #muenstld benutzen. Auf diese Art und Weise entstünde ein weltweites Netz von Nutzern. Die Menschen könnten sich also nicht nur über die Orte sondern auch die genutzten Medien austauschen. Es gäbe eine Verbindung zu Münster, zur Bücherei und zur Plattform.

Als nächsten Schritt könnte man dann fragen, ob die Menschen bereit wären, ein Foto von sich zu machen und upzuloaden, das sie bei der jeweiligen Lektüre zeigt. Auch dies wäre über Foursquare möglich. Nun beginnt man als Bibliothek die Menschen in Münster mit den Menschen überall auf der Welt zu vernetzen, die Muensterload nutzen und zudem sich bereit erklärt haben, mit den Menschen aus Münster Kontakt zu haben. Somit entsteht ein internationales, interdisziplinäres und interkulturelles Netzwerk mit der Bücherei bzw. ihren Inhalten als Zentrum.

Man könnte diese Idee noch weiter ausbauen. Man könnte z.B. andere Institutionen und Unternehmen einbinden. Man könnte auch einen kleinen Kulturaustausch etablieren. Es gibt viele Möglichkeiten – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wichtig wäre aber auf jeden Fall, auch die Menschen zu integrieren, die nicht wissen was Foursquare ist. Ihnen müsste man die Möglichkeit geben, die Plattform kennen zu lernen.

Ich denke dieses Beispiel zeigt, dass es vor allem darauf ankommt, wie man die einzelnen Plattformen die es gibt nutzt. Ich denke nicht, dass Institutionen oder Unternehmen versuchen sollten, eigene Plattformen zu entwickeln. Viel wichtiger ist es, die vorhandenen Plattformen aktiv zu gestalten.

Beste Grüße

Christoph