Dieser Blog ist umgezogen

Liebe Leser,

ich möchte Euch nochmal daran erinnern, dass dieser Blog umgezogen ist: Ihr findet meinen aktuellen Blog unter http://www.christoph-deeg.de und http://www.christoph-deeg.com. Dieser Blog wird zum 01.06.2015 gelöscht.

Herzliche Grüße

Christoph Deeg

Willkommen bei der Social-Media-Academy-Berlin…

Liebe Leser,

ich hoffe Ihr seid alle gut ins Jahr 2014 gekommen? Seit meinem letzten Blogbeitrag ist mal wieder etwas Zeit vergangen. Ich war im Herbst/Winter 2013 18 Wochen am Stück unterwegs und habe Institutionen und Unternehmen auf ihrem Weg in die digitale Welt beraten und begleitet. Nun steht ein neues Jahr an und es sieht so aus, als würde dieses Jahr das Jahr der großen Veränderungen für mich werden. Es stehen unglaublich spannende Projekte an und wenn alles gut läuft, werde ich am Ende des Jahres auf ein paar ziemlich große Dinge zurückblicken können.

Das vielleicht größte Projekt ist die Social-Media-Academy-Berlin. Mit diesem Projekt verwirkliche ich einen meiner Träume. Seitdem ich im Bereich „Digitale Welten“ unterwegs ´bin, habe ich mit dem Gedanken gespielt, eine eigene Academy aufzubauen. Dabei ging es mir weniger darum, einfach eine weitere Ausbildungseinrichtung im Bereich Social-Media zu starten. Es gibt schon heute viele Möglichkeiten, sich in diesem Bereich weiter zu bilden. Aber es gab und gibt ein paar Punkte bzw. Inhalte, die mir bei den meisten dieser Einrichtungen fehlen. In vielen Fällen geht es beim Thema Social-Media um eine Aufgabe der PR-Abteilung oder des Marketing. Ich glaube aber, dass dieser Ansatz nicht ausreicht. Social-Media ist mehr als nur ein weiteres Kommunikationstool. Social-Media steht weniger für Plattformen und Technologien als vielmehr für eine neue Kultur bzw. neue Formen zu Arbeiten und zu Denken. Diese neuen Denk- und Arbeitsweisen haben einen tiefgreifenden Einfluss auch auf die analoge Welt. Möchte ein Unternehmen oder eine  Institution in diesem Bereich erfolgreich sein, geht es letztlich um die Frage, ob man mit dieser „Social-Media-Kultur“ als Ganzes kompatibel ist oder nicht.

Wenn man diese Zusammenhänge akzeptiert dann ist Social-Media keine Aufgabe einer oder mehrerer Abteilungen sondern eine Querschnittsfunktion des Unternehmens bzw. des Managements. Darüber hinaus ist Social-Media letztlich für jede Abteilung eines Unternehmens potentiell relevant. Dies betrifft also nicht nur Marketing und PR sondern ebenso Sales, HR, Entwicklung, Interne Revision etc. Zudem geht es um die interne und die externe Nutzung von Social-Media.

Wenn Social-Media eine Querschnittsfunktion eines Unternehmens ist, dann wird dieses Thema das Unternehmen verändern. Dieser Veränderungsprozess mag sehr unterschiedlich verlaufen aber stattfinden wird er auf jeden Fall. Wenn ein Unternehmen oder eine Institution Social-Media erfolgreich nutzen möchte, dann müssen diejenigen Mitarbeiter, die mit dieser Aufgabe primär vertraut werden, nicht nur auf die externe Nutzung als Kommunikationswerkzeug sondern ebenso auf den damit verbundenen Veränderungsprozess vorbereitet werden. Und genau dies möchten wir mit der Social-Media-Academy-Berlin erreichen.

Das Angebot der Academy umfasst in einem ersten Schritt vier Bereiche:

–          Die Ausbildung zum Social-Media-Koordinator

–          Die Ausbildung zum Social-Media-Manager

–          Workshops für Führungskräfte

–          Social-Media-Consulting

Alle Veranstaltungen sind Präsenzveranstaltungen, welche in Berlin durchgeführt werden. Wir starten am 01. April mit den ersten Kursen. Man kann die Academy auch auf Facebook, Twitter und Youtube finden.

Ich bin sehr gespannt wie sich die Academy entwickeln wird. Es liegt auf jeden Fall ein spannender Weg vor mir und ich werde im Laufe dieses Jahres immer wieder über den aktuellen Stand berichten…

 

Beste Grüße

 

 

Christoph Deeg

Willkommen im Jahr 2013 – das Jahr von Social-Media und Gaming?

Liebe Leser,

ich hoffe Ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen? Ich sitze gerade bei guten Freunden und genieße einen entspannten Start in das Jahr 2013. Ich möchte in diesem Beitrag über mein Jahr 2012 schreiben. Was lief gut? Was könnte man noch besser machen?

Der Rückblick auf das Vergangene ist für mich immer sehr wichtig. Dabei geht es nicht nur um eine Evaluation oder ein internes Monitoring. Es geht auch darum zu sehen, was man alles schon erreicht hat. Viele meiner Kunden begleite ich über einen längeren Zeitraum. Einmalige Workshops bringen in der Regel eher wenig. Viele Fragen entstehen erst dann, wenn man das Erlernte umsetzen möchte. Wenn man ein Unternehmen oder eine Institution über einen längeren Zeitraum begleitet, indem man z.B. alle vier Monate einen Social-Media-Coaching-Workshop durchführt, kann man weitaus mehr erreichen. Dies hat auch damit zu tun, dass Social-Media nicht nur die Arbeit auf Plattformen wie Facebook oder Twitter bedeutet. Es geht ebenso um die Wirkung von Social-Media nach innen. Social-Media und Gaming sind keine Technologien. Sie stehen für eine neue Kultur und Unternehmen und Institutionen werden in der digitalen Welt nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn sie in der Lage sind, diese neue Kultur zu verstehen und in die eigene Kultur zu integrieren.

Dieser Prozess dauert in der Regel mindestens ein Jahr und er hat einen Einfluss auf nahezu alle Geschäftsbereiche. Dieser „Kulturwandel“ geht aber nicht ohne Rückschläge und Schwierigkeiten vonstatten. Für viele Menschen bedeutet die digitale Welt eine sehr große Herausforderung. Es entstehen völlig neue Berufsbilder. Immer wieder erzählen mir Mitarbeiter, dass sie ihren Beruf vor 10 oder 15 Jahren gelernt haben und nun erleben, dass alles oder vieles was sie damit verbinden und was sie gelernt haben nun keine Bedeutung mehr hat. Das betrifft nicht nur die neuen Aufgaben. Vielmehr wurden und werden sehr viele Menschen bis heute in der Aus- und Weiterbildung nicht auf ein „lebenslanges Lernen“ bzw. eine lebenslange und individuelle Weiterentwicklung vorbereitet.

Viele Menschen stehen der digitalen Welt sehr kritisch gegenüber. Andere haben sogar Angst davor. Gerade für diese Gruppen bedeutet die digitale Welt eine Herausforderung, der sie sich nicht gewachsen sehen. Sie haben das Gefühl vor einer unendlich hohen Wand zu stehen, die sie nicht bewältigen können. Ich habe diesen Effekt sehr oft beobachten können und deshalb „zwinge“ ich meine Kunden dazu, am Ende eines Jahres sich eine halbe Stunde Zeit zu nehmen und sich den bereits zurückgelegten Weg anzusehen. Wir neigen sehr oft dazu, nur das zu sehen was noch alles getan werden muss und vergessen dabei das, was wir alles erreicht haben.

Also schaue auch ich zurück auf das Jahr 2012 und ja, es war ein gutes Jahr. Ich habe wieder eine Vielzahl an Unternehmen und Institutionen in die digitale Welt begleiten dürfen. Insgesamt waren es mehr als 35 Unternehmen, Institutionen sowie Städte und Gemeinden. Dabei ging es nicht nur um Social-Media sondern auch um das mobile Internet und die Welt des Gamings. Meine Mobile-Internet-Roadshow für Bibliotheken ist ein großer Erfolg. Das Social-Media-Gaming-Barbecue hat sich auch weiter entwickelt. Insgesamt habe ich mehr als 160 Nächte im Hotel verbracht und meine Bahncard glühte:-) Ich durfte auf tollen Konferenzen sprechen und habe eine Vielzahl an spannenden Menschen kennengelernt. Auch meine Aktivitäten in dem von mir mitgegründeten Verein „Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V.“ waren erfolgreich.

Michael Stephens „Learning Everywhere“ from Zukunftswerkstatt on Vimeo.

Die Tour mit Michael Stephens, die Gaming-Liga und viele weitere Aktivitäten lassen den Verein stetig wachsen. Das besondere Highlight in diesem Bereich sind aber die stetig wachsende Zahl an Zukunftsentwicklern. Ich bin immer öfter auch im Ausland aktiv und was besonders wichtig ist: es macht mir sehr großen Spass.

Natürlich lief nicht alles perfekt. Es gab Rückschläge und Niederlagen. Sicher, ich konnte am Ende alle Probleme lösen und ich konnte zudem sehr viel lernen. Aber manches blieb liegen. Im zweiten Halbjahr haben vor allem meine eigenen Onlineaktivitäten zurückstecken müssen. Es war nicht so, dass ich überhaupt nichts gemacht habe. Aber ich hatte weitaus mehr vor. Das ganze ist ein bisschen paradox. Ich berate und begleite Unternehmen und Institutionen in der analogen Welt auf ihrem Weg in die digitale Welt und bin damit so erfolgreich, dass mir die Zeit fehlt, selber online aktiv zu sein. Damit geht auch einher, dass ich nicht so viel ausprobieren konnte wie ich wollte.

Die wichtigste Erkenntnis war für mich aber die, dass Social-Media und Gaming nur dann funktioniert, wenn man sich die damit verbundene Kultur zu eigen macht, und das dies genau das die größte Herausforderung ist. Ich weiß, dass ich dies schon sehr oft geschrieben habe und natürlich ist diese Erkenntnis nicht neu. Aber im letzten Jahr ist mir sehr oft vor Augen geführt worden, dass dies (immer noch) das Kernthema ist.

Nun also beginnt ein neues Jahr und es zeichnet sich ab, dass es viele Veränderungen geben wird. Auch in diesem Jahr werde ich wieder Unternehmen und Institutionen bezüglich Social-Media, Gaming und dem mobilen Internet begleiten. Es gibt wieder sehr spannenden Kunden. U.a. werde ich einen „Social-Media-Aussendienst“ starten. Mehr dazu in Kürze auf meinem Blog. Ich werde aber zudem sehr viel Zeit in meine eigene Weiterbildung und ein kleines Forschungsprojekt investieren. In diesem Jahr werde ich auch mein erstes Buch zum Thema Gaming veröffentlichen. Die Mobile-Internet-Roadshow wird massiv ausgebaut. Und im Januar startet auch das mobile Gaming-Lab. Das Social-Media-Gaming-Barbecue werde ich komplett umbauen. Es wird zu einer Plattform werden, auf der man Rezepte für Barbecues und Social-Media-Aktivitäten austauschen kann. Im Januar startet auch ein weiterer Blog von mir. Dieser Blog wird sich mit Zukunftsszenarien für Unternehmen und Institutionen beschäftigen und „Nachrichten aus der Zukunft“ heißen. Ich werde dort fiktive Nachrichten aus dem Jahr 2023 veröffentlichen. Diese Nachrichten beziehen sich auf Aktivitäten und Nachrichten aus der jetzigen Zeit. Im Februar darf ich mit dem US-amerikanischen Experten Eli Neiburger auf Deutschland-Tour gehen.

Eli Neiburger arbeitet an der Ann Arbour District Library und beschäftigt sich mit völlig neuen Konzepten für die Kultur- und Wissensvermittlung. Sein Fokus liegt dabei auf dem Thema Gaming. Er hat u.a. den „National-Gaming-Day“ ins Leben gerufen und er ist zudem mein „Partner in Crime“ beim Aufbau der Deutsch-Amerikanischen Gaming-Liga. Diese Tour ist ein Projekt der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. und der US-Botschaft Berlin. Zusammen mit der stARTconference möchte ich in Berlin ein stARTcamp zum Thema „Scheitern“ veranstalten.

Es liegt also sehr viel Arbeit vor mir. Ihr werdet die Veränderungen und Entwicklungen online verfolgen können. Über alle Projekte werde ich berichten und ich hoffe ich schaffe mein persönliches Ziel, in diesem Jahr mindestens 100 Blogbeiträge zu schreiben.

Nun bleibt mir nur noch Danke zu sagen. Danke an meine Partnerin und meine Freunde, die mich im letzten Jahr so gut wie gar nicht mehr gesehen haben. Danke an meine Kunden für fantastische Workshops und vor allem das Vertrauen in meine Person. Vielen Dank auch an meine Kooperationspartner und die vielen Hotels, die sich so toll um mich gekümmert haben.

Ich freue mich auf ein spannendes Jahr 2013…

Beste Grüße

Christoph Deeg

Es ist vollbracht – 28 Bibliotheken in 2,5 Jahren in die digitale Welt begleitet!

Liebe Leser,

ich sitze gerade am Flughafen Köln/Bonn. G,eich geht’s zurück nach Berlin. Heute habe ich den zweiten Social-Media-Coaching-Tag für die Stadtbibliothek Köln durchgeführt. Mit diesem Coachingtag endet die zweite Runde meiner Aktivitäten für das Projekt „Lernort Bibliothek“ der Landesregierung Nordrhein-Westfalen. In den letzten 2,5 Jahren habe ich zusammen mit Julia Bergmann 28 Bibliotheken in die digitale Welt begleitet. Was mit einem Vortrag zur Zukunft der Bibliotheken und die Herausforderungen der digitalen Welt anfing, wurde zu einem unglaublichen Projekt. Es geht bei dem Projekt nicht nur darum, die Mitarbeiter in der Nutzung verschiedener Social-Media-Werkzeuge zu schulen. Die digitale Welt erfordert vielmehr ein komplettes Umdenken von Institutionen und Unternehmen. Diesen Prozess des Wandels zu begleiten ist unsere Aufgabe.

Es war eine tolle Zeit. Ich habe die Bibliotheken immer wieder besucht und sie beraten und begleitet. Ich konnte miterleben, wie sich sich auf den Weg machten und wie in kleinen Schritten neue Institutionen entstanden. Natürlich lief nicht alles perfekt. Natürlich gab es Schwierigkeiten, Konflikte und offene Fragen. Aber es hat sehr großen Spass gemacht. Und ich habe sehr viel gelernt. Ich habe also nicht nur das Leben der Bibliotheksmitarbeiter verändert – dieses Projekt hat auch mein Leben nachhaltig verändert und bereichert. Ich habe fantastische Menschen kennengelernt. Ich habe erleben dürfen, wie Menschen, die glaubten, niemals Teil der digitalen Welt werden zu können oder zu wollen heute sehr erfolgreich im Web 2.0 unterwegs sind. Ich habe mich über verspätete Züge geärgert und mich mit Vertretern von öffentlichen Trägern gestritten. Ich habe Menschen geholfen und ich habe mir von Menschen helfen lassen – und wie gesagt: ich hatte jede Menge Spass…

Das Projekt hat weite Kreise gezogen. Es sind viele neue Aufgaben hinzugekommen. Parallel zur Projektarbeit war ich im ersten Jahr auch Teil einer Arbeitsgruppe der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei. Das Ergebnis dieser Arbeit ist u.a. ein Empfehlungskatalog, der die Zukunft der Bibliotheken nachhaltig beeinflussen könnte. Im gleichen Jahr habe ich auch zum ersten mal Bibliothekare und Vertreter verschiedener Bezirksregierungen über die Gamescom geführt. Es gab weitere Projekte und Vorträge und meine Reise geht nun weiter.

Im letzten Jahr wurde ich u.a. Berater der Stadt Gütersloh. Diese Arbeit wird in diesem Jahr fortgesetzt. Nun kann ich eine ganze Stadt auf dem Weg in die digitale Welt begleiten. Durch meine Zusammenarbeit mit der US-Botschaft bzw. den US-Konsulaten konnte ich mein Netzwerk in die USA massiv erweitern. Auch meine Arbeit als Berater der KUPOGE hat mir viele weitere Einblicke ermöglicht. Immer mehr Institutionen und mittelständische Unternehmen möchten sich auf den Weg in ihre digitale Zukunft machen und ich werde sie begleiten dürfen.

Was mich besonders freut: die Zusammenarbeit mit Julia Bergmann macht sehr großen Spass. Wir haben zusammen die 28 Bibliotheken des Lernort-Projektes begleitet und wir haben auf Basis dieser Erfahrungen das sog. Bergmann-Deeg-Modell entwickelt. Es handelt sich dabei um ein umfassendes und nachhaltiges Konzept, welches Kulturinstitutionen und Unternehmen in die Lage versetzen soll, eigenständig und erfolgreich in der digitalen Welt aktiv zu sein. Heute können wir sagen: es funktioniert! Und es freut mich sehr, dass es schon die ersten weiteren Institutionen gibt, die dieses Konzept umsetzen wollen. Die Reise geht also weiter.

Es liegt noch ein weiter Weg vor mir. Zu den Aktivitäten im Rahmen des Bergmann-Deeg-Modells kommen Vorträge und Workshops für Städte und Gemeinden und Kulturinstitutionen wie z.B. Museen, Theater sowie mittelständische Unternehmen. Dann wird es demnächst ein Angebot für die Menschen geben, die keine Anfänger im Bereich Social-Media sind, und gerne den nächsten Schritt gehen möchten.

In den nächsten Tagen wird es weiter Infos geben – nun werde ich erstmal den Blogbeitrag zum „Kulturinfarkt“ vorbereiten. Das wird sicherlich sehr spannend…

Beste Grüße

Christoph Deeg

Update zum Social-Media-Gaming-Barbecue in Gütersloh, Hattingen und Dortmund

Liebe Leser,

auch wenn das Wetter noch immer nicht wirklich mitspielt: es ist immer noch Barbecue-Saison. Nächste Woche finden drei weitere Barbecues statt. Wir beginnen in Gütersloh am Sonntag den 04.09.2011. Wir treffen uns um 19h in der „Weberei“ in Gütersloh. Mir wurde zugetragen, dass extra für das Social-Media-Gaming-Barbecue der große Grill angeworfen wird:-) In Gütersloh fand die Weltpremiere des Barbecues statt. Es war wirklich ein toller Abend. Dieses mal bin ich nicht nur in Gütersloh um die Stadtbibliothek in Sachen Social-Media-Management zu coachen und zu beraten. Ich werde mich auch mit Vertretern der Stadt treffen, und über die Frage diskutieren, warum Social-Media für Städte ein wichtiges und spannendes Thema ist. Ich arbeite gerne mit und für Städte und Gemeinden. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie man Plattformen wie Facebook oder Twitter nutzen kann. Genauso spannend ist die Frage, inwieweit die Mechanismen und die Kultur des Web 2.0 die Städte in der „realen Welt“ verändern können. Städte und Gemeinden können vom Web 2.0 lernen – dies gilt übrigens ebenso für das Thema Gaming. Es geht also um weitaus mehr als „nur“ Marketing und PR. Ich selber bin in einem sehr kleinen Dorf in Nordhessen ausgewachsen. Wenn ich in meine Kindheit zurückblicke, dann sehe ich viele Dinge, die mit dem Web 2.0 vergleichbar sind. Viele Veranstaltungen wie z.B. das Kirchenfest oder die Kirmes wurden immer von den Menschen des Dorfes organisiert. Und manche Diskussion auf Facebook ähnelt den Stammtischen in den drei bis vier Dorfkneipen meines Heimatdorfes. Ich glaube, dass das Web 2.0 eine zutiefst menschliche Sache ist. Es ist viel weniger Technologie als vielmehr die Adaption menschlicher Handlungsweisen in einen virtuellen Raum. Die Plattformen des Web 2.0 sind erfolgreich, weil sie einfach zu bedienen sind. Zudem gibt es z.B auf Facebook (welches nicht immer einfach zu bedienen ist) verschiedene Gruppen, die sich mit der Nutzung von Facebook beschäftigen. Für Mitarbeiter von Bibliotheken, die für ihre Institution eine Facebookseite bearbeiten gibt es z.B. die Gruppe „Biblioadmin“. Hier werden alle wichtigen Fragen zum Thema Facebook beantwortet. Man hilft sich also gegenseitig:-)

Am 06.09.2011 werde ich die Diskussion in Hattingen fortführen. In Hattingen bin ich um ebenfalls die Stadtbibliothek zu coachen. Die Bibliothek gehört zu insgesamt 24 Bibliotheken, die ich im Rahmen des Projektes „Lernort Bibliothek“ des Landes Nordrhein-Westfalen begleite. Hattingen gehörte zu den 8 Bibliotheken mit denen alles anfing. Wir gehen also schon in das zweite Jahr:-) Hattingen hat eine sehr schöne Bibliothek, die in einem Einkaufszentrum untergebracht ist. Solche Shopping-Malls sind immer mehr zu den neuen Zentren unserer Städte geworden. Es geht aktuell beim Thema Bibliotheken nicht nur um die Bibliothek im digitalen Raum. Vielmehr ist die Bibliothek als Ort immer wichtiger. Die Aufgaben der Bibliothek ändern sich. Es geht immer weniger darum, bestimmte Inhalte zu verleihen. Mit dem Aufkommen der Digitalisierung gingen viele Menschen davon aus, dass die Tage der Bibliotheken gezählt seien. Wozu braucht man einen Bibliothek, wenn man doch alles aus dem Internet runterladen kann? Das Gegenteil ist der Fall. So wie wir immer mehr virtuelle Räume und virtuelle Identitäten aufbauen, benötigen wir ebenso Räume in der vermeindlich realen Welt, um uns auszutauschen, zu lernen oder auch einfach nur Kunst und Kultur zu genießen. Und wir benötigen Institutionen, die diese beiden Welten miteinander vernetzen. Dieses Phänomen können wir meiner Meinung nach nicht nur bei Bibliotheken sondern auch bei anderen Kultureinrichtungen wie z.B. Museen und natürlich im Ganzen in Städten und Gemeinden beobachten. Ich glaube, wir sollten in einem nächsten Schritt verstehen, dass es sich dabei nicht um zwei voneinander unabhängige Veränderungsprozesse handelt. Es ist vielmehr ein gemeinsamer Prozess – nämlich der der Weiterentwicklung des Raumes in dem wir leben. Das sog Web 2.0 und in Zukunft die Welt des Gamings sind nicht eine Plattform für Institutionen und Unternehmen, um dort PR zu betreiben. Das Web 2.0 und die Welt des Gamings sind vielmehr die Erweiterung der Institution bzw. des Unternehmens. Es ist wie ein weiterer Ausstellungsraum in einem Museum oder wie eine weitere Produktionstätte eines Unternehmens.

Am 07.09.2011 findet dann das Social-Media-Gaming-Barbecue in Dortmund statt. Wir treffen uns um 19h vor meinem Hotel. Ich habe wie gesagt meinen tragbaren Grill dabei. Leider hat sich bis jetzt noch niemand aus Dortmund gemeldet. Aber ich hoffe es gibt ein paar interessierte Dortmunder und einen Platz wo ich den Grill aufbauen kann:-) Also liebe Dortmunder: meldet Euch!!! Vielleicht gibt es ja in Dortmund – außer der Stadionwurst des BVB – noch eine Grillspezialität die ich probieren sollte? Das wäre klasse, denn ich muss mich stärken um am nächsten Tag die Stadtbibliothek Dortmund zu coachen:-)

Ganz liebe Grüße

Christoph Deeg

Warum wir keine Rankings sondern Visionen brauchen

Liebe Leser,

heute möchte ich über ein Thema schreiben, welches im Bereich Social-Media immer wieder zu finden ist: Rankings.

In den letzten Monaten sind – so zumindest meine subjektive Wahrnehmung– immer mehr Rankings aufgetaucht. Bei diesen Rankings werden in der Regel Unternehmen oder Institutionen eines bestimmten Bereichs miteinander verglichen. Besonders beliebt sind dabei Rankings zu Twitter oder Facebook. Bei allen Rankings, die ich gefunden habe, und die sich mit Facebook und Twitter befassen, werden letztlich quantitative Daten erfasst – anders ausgedrückt: es geht um die Anzahl der Follower bei Twitter bzw. der Freunde oder Fans bei Facebook. Um genau diese Rankings soll es in meinem Beitrag gehen.

Nun scheinen Rankings auf den ersten Blick eine gute Sache zu sein. Es werden Institutionen oder Unternehmen miteinander verglichen, die ähnliche Zielsetzungen haben. Das heißt es gibt Rankings für Bibliotheken, Museen, Städte, Restaurants, Non-Profit-Organisationen etc. Wenn man z.B. genügend Follower bei Twitter hat, landet man im jeweiligen Ranking ganz oben. Das motiviert. Und diejenigen, die auf den letzten Plätzen liegen, können von den vermeintlich „erfolgreichen“ Konkurrenten etwas lernen, indem sie sie beobachten.

Das mag alles ganz toll klingen, ich bin aber kein Fan dieser Rankings und ich möchte kurz ein paar Gründe nennen, warum ich solchen Rankings keine große Bedeutung beimessen würde.

Quantitative Rankings (Rankings in denen es um die Anzahl der Follower bzw. Fans geht) sagen nichts über die Qualität der jeweiligen Angebote aus. Sie sagen nur aus, dass Menschen aus nicht näher bekannten Gründen bereit waren, dem jeweiligen Angebot bei Twitter oder Facebook zu folgen – mehr nicht. Es ist auch keine Qualitätsaussage. Dies wäre u.U. anders, wenn die Follower/Fans dafür bezahlen müssten. Es gibt auch keine Daten darüber, ob die jeweiligen Follower/Fans schon vorher in Kontakt mit dem Anbieter standen. Die Aussagekraft ist: 0!

Quantitative Rankings schaffen falsche Anreize. Sobald man sich mit Rankings befasst, möchte man ganz vorne dabei sein. Egal wie oft darauf hingewiesen wurde, dass es sich dabei nicht um qualitative Daten handelt, man beginnt früher oder später damit, Steigerungsraten bei den Followern bzw. Fans anzustreben. Natürlich brauche ich Follower oder Fans, um überhaupt einen Dialog mit Menschen starten zu können. Es geht aber niemals darum, mehr Fans oder Follower als andere zu haben. Es geht vielmehr darum, was ich mit den Kontakten mache bzw. welche Strategie ich überhaupt auf der jeweiligen Plattform verfolge. In meiner täglichen Arbeit lerne ich eine Vielzahl an Institutionen und Unternehmen kennen. Follower- oder Fanzahlen werden sehr oft benutzt, um die Social-Media-Aktivitäten zu rechtfertigen. Das klingt zwar einleuchtend, birgt aber ein großes Risiko, denn was tun wir, wenn die Wachstumszahlen rückläufig sind oder stagnieren? Die Entscheidung für oder gegen Social-Media sollte eine inhaltliche Entscheidung sein.

Ein Beispiel:
Das Social-Media-Gaming-Barbecue hat auch eine Facebookseite. Ich habe dort aktuell 83 Fans. Bei diesen 83 Fans weiß ich bei 80% der Personen, dass sie gerne an einem Barbecue teilnehmen möchten. Diese Information habe ich jedoch nicht über Facebook erhalten. Sie basiert auf der Kommunikation auf anderen Plattformen. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, meinen Blog auch für das Barbecue als zentrale Plattform zu nutzen. Facebook ist immer noch eine geschlossene Community der gerade mal 25% der Bevölkerung Deutschlands angehören. Ich möchte mit dem Barbecue aber alle Menschen erreichen. Würde ich Facebook als zentrale Plattform nutzen, würde ich hier eine potentiell künstliche Barriere schaffen. Mein Anreiz für das Barbecue ist auf keinen Fall, so viele Fans wie möglich zu gewinnen, sondern mit interessierten Menschen über die Frage zu diskutieren, wie Social-Media und Gaming unsere Gesellschaft, unsere Städte und Gemeinden, unsere Unternehmen und unsere Institutionen verändert bzw. verändern kann. Zudem müsste ich, um eine weitaus größere Fangemeinde zu generieren, Werbung auf Facebook schalten – und dies habe ich nicht vor. Ein Ranking bezogen auf Facebook würde alle meine anderen Onlineaktivitäten und vor allem die realen echten Barbecue-Events ausblenden.

Quantitative Rankings können keinen Zukunftstrend beschreiben Quantitative Rankings können nicht in die Zukunft sehen. Sie sind statische Analysen. Wir wissen nicht, warum es z.B. bei einem Museum oder einer Stadt zu Veränderungen gekommen ist – dafür müssten wir mit der qualitativen Analyse der Inhalte beginnen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass wir in der Zukunft mit einem neuen Nutzerverhalten zu rechnen haben. Ich kann und will nicht 300 Museen, 300 Bibliotheken, 300 Städten etc. folgen. Wir werden dazu übergehen, Angebote z.B zu „liken“ und auch wieder zu „unliken“ In den USA ist dies schon gut zu beobachten. Je mehr Institutionen und Unternehmen auf Plattformen wie Facebook aktiv sind, desto öfter werde ich die Angebote austauschen. Das ist ein sehr guter Mechanismus, denn er verhindert, dass die Nutzer irgendwann mit Informationen zugeschüttet werden. Jeder Nutzer schafft sich sein eigenes und veränderliches Online-Netzwerk.

Quantitative Rankings befassen sich nur mit ausgesuchten Plattformen Social-Media ist eine bunte Welt. Und sie besteht vor allem aus weitaus mehr Plattformen als Facebook und Twitter und viele dieser anderen Plattformen lassen sich gar nicht mittels Rankings erfassen. Wie will man den Erfolg eines Blogs von außen messen? Rankings die sich auf Twitter und Facebook konzentrieren geben diesen Plattformen eine besondere Wertigkeit. Aber gerade Facebook sollte m.E. nicht automatisch die erste Wahl sein, wenn ich nur Ressourcen für eine Plattform habe. Ich habe dazu schon einen anderen Beitrag erfasst.

Wofür Rankings sinnvoll sind:
Ich bin wie gesagt der Meinung, dass quantitative Rankings an sich keinen Nutzen bringen. Ok, ich weiß, dass sich einige PR-Agenturen auf Basis der neuen Fans und Follower bezahlen lassen. Die einzige Variante, die ich mir als Nutzung vorstellen kann ist ein Spiel. Aktuell arbeite ich z.B. mit 24 Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen. Diese Bibliotheken haben zusammen mit Aktivitäten begonnen und ihre Strukturen sind zumeist vergleichbar. Hier nutze ich interne Rankings, d.h. die Bibliotheken vergleichen sich untereinander. Die Anzahl der Follower oder Fans ist nur ein Kriterium und wird als nicht bedeutsames aber lustige Tool genutzt. Nebenbei: die Erstellung eines Rankings welches sich mit der Anzahl der Follower und Fans befasst ist kinderleicht und schnell erledigt:-)

Warum wir keine Rankings sondern Visionen brauchen

In den letzten Jahren hat sich in Deutschland im Bereich Social-Media sicherlich einiges getan. Immer mehr Unternehmen, Institutionen und Organisationen haben sich auf die Reise in das sog. Web 2.0 gemacht. Diese Entwicklung freut mich sehr. Trotzdem bin ich der Meinung, dass wir immer noch am Anfang stehen. Trotz aller schönen Projekte werden die Chancen und Möglichkeiten, die sich aus der Nutzung von Social-Media-Tools ergeben, bisher kaum umgesetzt. Zu oft werden Plattformen wie Twitter oder Facebook wie Plakatwände 1.0 genutzt. Von einer Gestaltung des virtuellen Raumes bzw. des Web 2.0 sind wir noch weit entfernt. Wenn eine Institution oder ein Unternehmen einen Account bei Facebook hat, fängt die eigentliche Arbeit erst an.

Wenn wir Städte, Institutionen und Unternehmen hinsichtlich ihrer Aktivitäten im Web 2.0 untersuchen wollen, dann sollten wir dies auf Basis einer qualitativen Analyse tun. Wenn wir eine Stadt und Ihre Social-Media-Aktivitäten analysieren wollen, dann sollten wir alle genutzten Plattformen untersuchen. Wir sollten zudem aktiv die Aktivitäten der Unternehmen und Institutionen der jeweiligen Stadt beleuchten. Und natürlich müssen wir auch untersuchen, was die Menschen der jeweiligen Stadt im Bereich Social-Media tun. In einem nächsten Schritt brauchen wir Informationen, wie die Stadt die einzelnen Aktivitäten managed und ob die Social-Media-Aktivitäten Einfluss auf die Arbeit der Stadt haben.

Wir benötigen weniger Rankings als vielmehr neue Idee. So wie die Menschen im Web miteinander vernetzt sind, ist dies auch bei den mit dem Thema Social-Media verbundenen Fragestellungen der Fall. Das alles mag nach sehr viel Arbeit klingen – das ist es auch. Aber die Ergebnisse werden m.E. weitaus hilfreicher sein, als quantitative Rankings, die letztlich überhaupt keine Aussagekraft haben.

Ein Vorschlag:
In der Welt der Bibliotheken ist man schon ein Stück weiter. Hier gibt es den sog. LIS-Wiki. In diesem Wiki gibt es u.a. Seiten mit Listen zu Blogs, Twitteraccounts und Facebookseiten von Bibliotheken. Ich habe hier mal als Beispiel die Seite zu twitter verlinkt. Ihr könnt aber auch nach Blogs oder Facebook suchen. Ich möchte vorschlagen, dass wir einen solchen Wiki erstellen. Alle können mitmachen und ihre Daten eintragen. Es gibt keine Rankings aber wir können jede beliebige Kategorie erstellen. Als Plattform schlage ich PBWorks vor. Wir können so eine spannende Sammlung erstellen. Ein weiterer Vorteil, alle tragen ihre Daten direkt in eine offene Plattform ein. Somit lernen wahrscheinlich viele Institutionen, Unternehmen und Städte die Möglichkeiten eines Wikis kennen. Bleibt die Frage: Wer hat Lust und macht mit? Oder hat jemand ein andere Idee?

Beste Grüße

Christoph Deeg

Social-Media-Gaming-Barbecue – Das ist Berlin

Liebe Leser,

ich sitze gerade im Starbucks am Bahnhof Friedrichstrasse in Berlin und genieße einen frisch gebrühten Kaffee. Ich bin gerade aus Potsdam gekommen, wo ich am zweiten Tag des Workshops des Technologieradars teilgenommen habe. Zusammen mit Prof. Dr. Hobohm von der FH Potsdam und Dr. Mumenthaler von der ETH-Bibliothek Zürich arbeite ich am Aufbau dieses spannenden Forschungsprojektes.

Um 19h treffe ich mich mit allen Interessierten am Brandenburger Tor zum Social-Media-Gaming-Barbecue. Es wird anscheinend das letzte Barbecue ohne Grill sein, denn gestern Abend bekam ich die freudige Nachricht, dass der Grill auf dem Weg zu mir ist – jetzt darf DHL nur keinen Fehler machen und wir können den Grill am Wochenende einweihen. Das bedeutet, dass ich in Zukunft an jedem Termin einen Grill dabei haben werde – dann wird es ein echtes Barbecue:-)

Wie schon in Köln möchte ich auch über meine Gedanken zu Social-Media und Gaming und ihrem Bezug zu Berlin schreiben. Es sind natürlich subjektive Ansichten aber es ist wie immer jeder eingeladen, seine Sicht der Dinge bzw. seine Gedanken zu Berlin zu formulieren.

Berlin ist eine der Städte, zu der man hunderte Seiten schreiben könnte. Ich habe mir lange überlegt, was man nun genau schreibt und ich möchte in diesem Beitrag Berlin mit Facebook vergleichen. Ich glaube nämlich, dass man diese beiden Welten sehr gut vergleichen kann.

Facebook ist eigentlich keine Community. Es ist vielmehr eine Plattform, auf der ein Vielzahl an Communitys existieren. Diese Communitys sind sehr heterogen. Sie haben eigene Themen und Zielsetzungen. Und es sind Menschen, die dieses Communitys bzw. die ganze Plattform gestalten. Das Unternehmen Facebook ist deshalb so erfolgreich, weil es sich als Plattform versteht. Dieses Plattform soll es den Menschen ermöglichen, Ihre jeweiligen Online-Bedürfnisse zu befriedigen, egal ob man privat oder geschäftlich unterwegs ist.

Berlin ist mit Facebook vergleichbar. Auch Berlin ist letztlich eine Plattform, auf der sich eine Vielzahl an unterschiedlichen Communitys tummeln. Viele der Communitys haben kaum Kontakt zu anderen Communitys und existieren parallel auf der gleichen Plattform. Berlin rühmt sich gerne damit, die Stadt der Kreativen zu sein. Uns es stimmt ja auch. Berlin ist ein kreatives und innovatives Zentrum – aber warum kommen die Kreativen nach Berlin? Ich denke es sind vor allem wirtschaftliche Rahmenbedienungen wie z.B. immer noch niedrige Mieten. Zu den wirtschaftlichen Faktoren kommt dann die Fähigkeit von Gruppen, sich einzelne Lebensräume zu erschließen. Für die Politik bedeutet dies letztlich, dass Sie versuchen muss, Berlin als Plattform zu verstehen. D.h. so wenig inhaltliche Vorgaben wie möglich machen und zudem die besten Lebensbedienungen für Menschen aus allen möglichen Communitys schaffen. Es wäre z.B. mehr als hilfreich, wenn wir in Berlin ein flächendeckendes und kostenloses WLAN hätten. Diese Idee ist nicht neu, die Umsetzung scheiterte allerdings an sinnlosen Streitereien und Begehrlichkeiten.

Auf Facebook wird Geld mit Werbung verdient. Alle Facebooknutzer zahlen für die Plattform, nicht mit Geld aber mit Daten. Facebook bringt die Menschen mit Werbung zusammen – es sei denn man nutzt wie ich den Firefox-Browser mit dem Add-On „Addblock Plus“.

In Berlin wird ein ähnliches Modell umgesetzt. Die Wall AG hat der Stadt kostenlos „Stadtmöbel“ wie z.B. Haltestellen des ÖPNV zur Verfügung gestellt. Dies wird finanziert durch Werbeeinnahmen, denn die Wall AG nutzt die Haltestellen als Werbeflächen.

Was können wir davon lernen?
Berlin und Facebook sind Plattformen, auf denen unterschiedliche Communitys existieren. Es gibt weder den Facebooknutzer noch den Berliner. Spannend werden beide Plattformen dann, wenn man aus seiner eigenen Community heraus versucht, Teil anderer Communitys zu werden. Viele Funktionalitäten des Web 2.0 sind gar nicht so neu. Vielmehr bietet das Web 2.0 die Möglichkeit, die Herangehensweisen und Bedürfnisse von Menschen auch online um zu setzen. Berlin wie auch Facebook werden durch die Menschen gestaltet. Wenn wir also versuchen, im Web erfolgreich zu sein, dann sollten wir überlegen, ob sich die Menschen die wir erreichen wollen bei uns wohlfühlen oder nicht. Wir sollten offene Angebote schaffen, Optionswelten, die die Menschen bei dem unterstützen, was sie gerade machen möchten.

Beste Grüße

Christoph Deeg