Dieser Blog ist umgezogen

Liebe Leser,

ich möchte Euch nochmal daran erinnern, dass dieser Blog umgezogen ist: Ihr findet meinen aktuellen Blog unter http://www.christoph-deeg.de und http://www.christoph-deeg.com. Dieser Blog wird zum 01.06.2015 gelöscht.

Herzliche Grüße

Christoph Deeg

Ich bin umgezogen…

Liebe Leser, Fans, sehr geehrte Damen und Herren,

mein Blog ist umgezogen. Ich habe nun einen neuen Blog, welchen man unter http://www.christoph-deeg.de oder http://www.christoph-deeg.com finden kann. Alle Beiträge, Kommentare und Abonnenten sind auch auf dem neuen Blog zu finden bzw. sind übernommen worden. Dieser Blog wird ab dem 01.06. offline gehen. Es wird auch keine weiteren Inhalte oder Updates mehr geben.

Herzliche Grüße

Christoph Deeg

Warum Google nicht böse ist und Verlage gerne mal Kampagnenarbeit betreiben

Liebe Leser,

Es ist unglaublich aber wahr. In den letzten Wochen gab es von Springer, FAZ und Co. eine regelrechte Kampagne gegen Google. Auch der leider verstorbene Frank Schirrmacher ließ sich vor den Lobby-Karren spannen. Und viele Menschen unterstützen bis heute diese Kampagne. Warum?

Weil die GERMAN ANGST in Google den Dämon aus der Orwell-Galaxis sieht?  Weil kontinuierlicher Anti-Amerikanismus zum guten Ton gehört? Was viele vergessen haben ist: es ging diesen Verlagen nie um moralische oder gesellschaftliche Fragen. Es ging nicht um Freiheit oder Offenheit. Es ging ums Geld.

In einem interessanten Beitrag auf Zeit-Online beschreibt Toll Kreutzer die Zusammenhänge bezogen auf die Diskussion um das Leistungsschutzrecht.

Warum schreibe ich darüber? Bin ich gegen Verlage? Bin ich ein Google-Jünger? Nein! Aber ich denke wir müssen noch intensiver überlegen, wer mit wem und warum über die digitale Gesellschaft diskutiert. Die Verlagswelt steht mit dem Rücken an der Wand. Aber nicht wegen Google, sondern weil sie es bis heute nicht geschafft haben, eigene spannende Konzepte zu entwickeln.

Die Frage ist also: wer kann eine neutrale Rolle in dieser Diskussion und bei der Gestaltung der digital-analogen Zukunft einnehmen?

Beste Grüße Christoph Deeg

Zombies in Köln

Liebe Leser,

heute „reblogge“ ich einen Beitrag der Stadtbibliothek Köln. Dort hat man versucht, etwas ziemlich langweiliges wie einen Kurs zu Recherche und wissenschaftlichem Arbeiten für Schüler durch Gamification zu erweitern. Das Beispiel zeigt sehr gut, welche Möglichkeiten für Unternehmen und Institutionen entstehen, wenn man Gamification nutzt. Natürlich funktioniert das nicht immer, aber immer öfter:-)

Wen mehr über Gamification wissen möchte kann sich viele Beiträge hier auf meinem Blog freuen. Und natürlich gibt es die Facebook-Gruppe: games4culture: https://www.facebook.com/groups/games4culture/

Ganz liebe Grüße

Christoph Deeg

die Stadtbibliothek Köln bloggt

… und was man dagegen tun kann

Warm war’s in den vergangenen Tagen. Kann man Schülern da in über 2 Stunden wissenschaftliches Arbeiten und Recherche in Bibliothekskatalogen und Datenbanken zumuten? Und das so kurz vor den Sommerferien?

Kann man, muss man aber nicht. Und so habe ich ein Projekt realisiert, dass mir schon länger durch den Kopf geht: Gamifizierung des Methodentrainings. Mit Zombies!

Das Szenario: Zombies in der Schildergasse

Ausgangspunkt war das Szenario, dass Köln von der Zombieapokalypse bedroht wird. In der Schildergasse wurden schon die ersten Untoten gesichtet, die Schüler haben sich in der Bibliothek verschanzt, und wir haben noch ein wenig Zeit, bevor die Zombies auf uns aufmerksam werden. Wir müssen uns informieren: Woher kommt die Epidemie? Wodurch wird sie verursacht und kann man dagegen etwas tun? Wie verteidigen wir uns? Wie halten wir uns in der Bibliothek am Leben, versorgen uns mit Nahrung, Trinkwasser und Medizin? Können…

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Willkommen im Jahr 2013 – das Jahr von Social-Media und Gaming?

Liebe Leser,

ich hoffe Ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen? Ich sitze gerade bei guten Freunden und genieße einen entspannten Start in das Jahr 2013. Ich möchte in diesem Beitrag über mein Jahr 2012 schreiben. Was lief gut? Was könnte man noch besser machen?

Der Rückblick auf das Vergangene ist für mich immer sehr wichtig. Dabei geht es nicht nur um eine Evaluation oder ein internes Monitoring. Es geht auch darum zu sehen, was man alles schon erreicht hat. Viele meiner Kunden begleite ich über einen längeren Zeitraum. Einmalige Workshops bringen in der Regel eher wenig. Viele Fragen entstehen erst dann, wenn man das Erlernte umsetzen möchte. Wenn man ein Unternehmen oder eine Institution über einen längeren Zeitraum begleitet, indem man z.B. alle vier Monate einen Social-Media-Coaching-Workshop durchführt, kann man weitaus mehr erreichen. Dies hat auch damit zu tun, dass Social-Media nicht nur die Arbeit auf Plattformen wie Facebook oder Twitter bedeutet. Es geht ebenso um die Wirkung von Social-Media nach innen. Social-Media und Gaming sind keine Technologien. Sie stehen für eine neue Kultur und Unternehmen und Institutionen werden in der digitalen Welt nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn sie in der Lage sind, diese neue Kultur zu verstehen und in die eigene Kultur zu integrieren.

Dieser Prozess dauert in der Regel mindestens ein Jahr und er hat einen Einfluss auf nahezu alle Geschäftsbereiche. Dieser „Kulturwandel“ geht aber nicht ohne Rückschläge und Schwierigkeiten vonstatten. Für viele Menschen bedeutet die digitale Welt eine sehr große Herausforderung. Es entstehen völlig neue Berufsbilder. Immer wieder erzählen mir Mitarbeiter, dass sie ihren Beruf vor 10 oder 15 Jahren gelernt haben und nun erleben, dass alles oder vieles was sie damit verbinden und was sie gelernt haben nun keine Bedeutung mehr hat. Das betrifft nicht nur die neuen Aufgaben. Vielmehr wurden und werden sehr viele Menschen bis heute in der Aus- und Weiterbildung nicht auf ein „lebenslanges Lernen“ bzw. eine lebenslange und individuelle Weiterentwicklung vorbereitet.

Viele Menschen stehen der digitalen Welt sehr kritisch gegenüber. Andere haben sogar Angst davor. Gerade für diese Gruppen bedeutet die digitale Welt eine Herausforderung, der sie sich nicht gewachsen sehen. Sie haben das Gefühl vor einer unendlich hohen Wand zu stehen, die sie nicht bewältigen können. Ich habe diesen Effekt sehr oft beobachten können und deshalb „zwinge“ ich meine Kunden dazu, am Ende eines Jahres sich eine halbe Stunde Zeit zu nehmen und sich den bereits zurückgelegten Weg anzusehen. Wir neigen sehr oft dazu, nur das zu sehen was noch alles getan werden muss und vergessen dabei das, was wir alles erreicht haben.

Also schaue auch ich zurück auf das Jahr 2012 und ja, es war ein gutes Jahr. Ich habe wieder eine Vielzahl an Unternehmen und Institutionen in die digitale Welt begleiten dürfen. Insgesamt waren es mehr als 35 Unternehmen, Institutionen sowie Städte und Gemeinden. Dabei ging es nicht nur um Social-Media sondern auch um das mobile Internet und die Welt des Gamings. Meine Mobile-Internet-Roadshow für Bibliotheken ist ein großer Erfolg. Das Social-Media-Gaming-Barbecue hat sich auch weiter entwickelt. Insgesamt habe ich mehr als 160 Nächte im Hotel verbracht und meine Bahncard glühte:-) Ich durfte auf tollen Konferenzen sprechen und habe eine Vielzahl an spannenden Menschen kennengelernt. Auch meine Aktivitäten in dem von mir mitgegründeten Verein „Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V.“ waren erfolgreich.

Michael Stephens „Learning Everywhere“ from Zukunftswerkstatt on Vimeo.

Die Tour mit Michael Stephens, die Gaming-Liga und viele weitere Aktivitäten lassen den Verein stetig wachsen. Das besondere Highlight in diesem Bereich sind aber die stetig wachsende Zahl an Zukunftsentwicklern. Ich bin immer öfter auch im Ausland aktiv und was besonders wichtig ist: es macht mir sehr großen Spass.

Natürlich lief nicht alles perfekt. Es gab Rückschläge und Niederlagen. Sicher, ich konnte am Ende alle Probleme lösen und ich konnte zudem sehr viel lernen. Aber manches blieb liegen. Im zweiten Halbjahr haben vor allem meine eigenen Onlineaktivitäten zurückstecken müssen. Es war nicht so, dass ich überhaupt nichts gemacht habe. Aber ich hatte weitaus mehr vor. Das ganze ist ein bisschen paradox. Ich berate und begleite Unternehmen und Institutionen in der analogen Welt auf ihrem Weg in die digitale Welt und bin damit so erfolgreich, dass mir die Zeit fehlt, selber online aktiv zu sein. Damit geht auch einher, dass ich nicht so viel ausprobieren konnte wie ich wollte.

Die wichtigste Erkenntnis war für mich aber die, dass Social-Media und Gaming nur dann funktioniert, wenn man sich die damit verbundene Kultur zu eigen macht, und das dies genau das die größte Herausforderung ist. Ich weiß, dass ich dies schon sehr oft geschrieben habe und natürlich ist diese Erkenntnis nicht neu. Aber im letzten Jahr ist mir sehr oft vor Augen geführt worden, dass dies (immer noch) das Kernthema ist.

Nun also beginnt ein neues Jahr und es zeichnet sich ab, dass es viele Veränderungen geben wird. Auch in diesem Jahr werde ich wieder Unternehmen und Institutionen bezüglich Social-Media, Gaming und dem mobilen Internet begleiten. Es gibt wieder sehr spannenden Kunden. U.a. werde ich einen „Social-Media-Aussendienst“ starten. Mehr dazu in Kürze auf meinem Blog. Ich werde aber zudem sehr viel Zeit in meine eigene Weiterbildung und ein kleines Forschungsprojekt investieren. In diesem Jahr werde ich auch mein erstes Buch zum Thema Gaming veröffentlichen. Die Mobile-Internet-Roadshow wird massiv ausgebaut. Und im Januar startet auch das mobile Gaming-Lab. Das Social-Media-Gaming-Barbecue werde ich komplett umbauen. Es wird zu einer Plattform werden, auf der man Rezepte für Barbecues und Social-Media-Aktivitäten austauschen kann. Im Januar startet auch ein weiterer Blog von mir. Dieser Blog wird sich mit Zukunftsszenarien für Unternehmen und Institutionen beschäftigen und „Nachrichten aus der Zukunft“ heißen. Ich werde dort fiktive Nachrichten aus dem Jahr 2023 veröffentlichen. Diese Nachrichten beziehen sich auf Aktivitäten und Nachrichten aus der jetzigen Zeit. Im Februar darf ich mit dem US-amerikanischen Experten Eli Neiburger auf Deutschland-Tour gehen.

Eli Neiburger arbeitet an der Ann Arbour District Library und beschäftigt sich mit völlig neuen Konzepten für die Kultur- und Wissensvermittlung. Sein Fokus liegt dabei auf dem Thema Gaming. Er hat u.a. den „National-Gaming-Day“ ins Leben gerufen und er ist zudem mein „Partner in Crime“ beim Aufbau der Deutsch-Amerikanischen Gaming-Liga. Diese Tour ist ein Projekt der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. und der US-Botschaft Berlin. Zusammen mit der stARTconference möchte ich in Berlin ein stARTcamp zum Thema „Scheitern“ veranstalten.

Es liegt also sehr viel Arbeit vor mir. Ihr werdet die Veränderungen und Entwicklungen online verfolgen können. Über alle Projekte werde ich berichten und ich hoffe ich schaffe mein persönliches Ziel, in diesem Jahr mindestens 100 Blogbeiträge zu schreiben.

Nun bleibt mir nur noch Danke zu sagen. Danke an meine Partnerin und meine Freunde, die mich im letzten Jahr so gut wie gar nicht mehr gesehen haben. Danke an meine Kunden für fantastische Workshops und vor allem das Vertrauen in meine Person. Vielen Dank auch an meine Kooperationspartner und die vielen Hotels, die sich so toll um mich gekümmert haben.

Ich freue mich auf ein spannendes Jahr 2013…

Beste Grüße

Christoph Deeg

Das Leistungsschutzrecht, unsere Faulheit und die Chancen für Unternehmen und Kulturinstitutionen

Liebe Leser,

ich bin gerade auf dem Weg von Paderborn nach Köln. Am letzten Wochenende habe ich für die Mitarbeiter des „Wissensturms“ in Linz einen Gaming-Workshop und ein Social-Media-Coaching durchgeführt. Es waren drei tolle Tage und ich konnte sogar die „Ars Electronica“ und die Ausstellung „Sinnesrausch“ besuchen. Heute ging es dann weiter mit dem Social-Media-Coaching für die Stadtbibliothek Paderborn.

Wenn man im Zug unterwegs ist hat man endlich wieder ein bisschen Zeit um zu bloggen. Ich habe aktuell mehr als zwanzig unfertige Blogbeiträge und ich würde sehr gerne vielmehr bloggen. Allerdings bin ich bis Ende des Jahres nahezu jeden Tag unterwegs um Institutionen und Unternehmen in die digitale Welt zu begleiten. So möchte ich heute die Zeit nutzen, um ein paar Gedanken zum Thema Leistungsschutzrecht zu formulieren.

Sicherlich haben die meisten von Euch schon vom sog. Leistungsschutzrecht gehört. Es geht dabei um ein neues Recht, welches in Deutschland nun Realität werden soll. Die Idee ist sehr einfach. Es gibt eine Vielzahl an Zeitungsverlagen, die eigene Onlineangebote z.B. Webseiten im Netz anbieten. In den meisten Fällen kann man die Artikel auf diesen Seiten kostenlos lesen. Die Seiten finanzieren sich aus Werbeeinnahmen und zusätzliche Services. Suchmaschienenbetreiber wie z.B. Google haben nun Angebote entwickelt, die quasi wie Werbeplattformen für die Zeitungsverlage dienen. Ein Angebot ist z.B. Google-News. Ich nutze es auf meinem Smartphone als ersten Einstieg in die täglichen Nachrichten. Hierfür öffne ich die App von Google-News und bekomme einen Überblick über die wichtigsten Schlagzeilen bzw. die wichtigsten Themen. Google verweist bzw. verlinkt dabei auf die jeweiligen Seiten z.B. der Zeitungsverlage. Vorab kann ich jedoch in der App eine kleine Vorschau mit ein ein paar Sätzen des jeweiligen Artikels sehen. Wenn ich diese Vorschau interessant finde, kann ich auf die Seite des jeweiligen Verlags gehen und den Artikel dann komplett lesen. Dieser Service ist für mich ziemlich genial. Ich würde nie auf die Idee kommen, direkt mit den Seiten der Zeitungsverlage zu arbeiten. Google-News verschafft mir einen sehr guten Überblick. Ohne Google-News würde ich die Seiten von Focus-Online oder Welt-Online sicherlich niemals besuchen. Der Service ist sowohl für mich als Nutzer wie auch für die Zeitungsverlage kostenlos. Der Dienst finanziert sich durch Werbung.

Nun könnte man erwarten, dass sich die Zeitungsverlage freuen, dass Google und viele andere Anbieter derartige Services anbieten. Wir haben durch das Internet Zugang zu Milliarden von Informationen und die Zeitungsverlage könnten hier sehr schnell übersehen werden. Es gibt zudem durch Blogs, Twitter und Co. ernstzunehmende Konkurrenz für die klassischen Nachrichten-Anbieter. Die Zeitungsverlage sehen das aber komplett anders. Sie stehen auf dem Standpunkt, dass Google und andere Anbieter für die Arbeit mit den Artikeln (Vernetzen, Verlinken und eine kleine Vorschau anbieten) zahlen soll. Schließlich generiere Google hier riesige Einnahmen durch Werbeeinblendungen. Die Artikel seien aber von den Zeitungen erstellt worden und nicht von Google. Ich möchte jetzt nicht alle Argumente und Diskussionen zu diesem Thema beschreiben. Dies ist an vielen Stellen im Netz bereits geschehen. Ich möchte vielmehr auf ein paar wenige Punkte eingehen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie wir mit der Situation am besten umgehen können.

Zeitungsverlage verdienen Ihr Geld sehr oft mit Werbeeinnahmen. Ohne die verschiedenen Werbeanzeigen könnten die meisten Zeitungen nicht existieren. Die Zeitungen sind also direkte Konkurrenten zu Google und Co., denn gerade im Netz werden Angebote zumeist durch Werbeeinnahmen finanziert. Ich bin kein großer Fan von Werbung aber wenn Werbung der Weg ist, um Angebote wie die von Google zu finanzieren warum nicht? Google und viele weitere Unternehmen ermöglichen uns die Nutzung des Internets. Keine öffentliche Institution war und ist in der Lage derartige Angebote zu entwickeln. Aber es sind diese Angebote, ohne die das Internet keine Erfolgsgeschichte wäre. Und ohne diese Angebote wäre es auch für die Zeitungsverlage noch schwerer im Netz Geld zu verdienen. Sie waren und sind – ebenso wie die schon benannten öffentlichen Institutionen – nicht in der Lage vergleichbare Angebote für das Social-Web zu entwickeln. Weder ihre Ausrichtung noch ihre Kultur scheinen mit der des Social Web kompatibel. Für ihre m.E. teilweise nur mittelmäßigen Angebote brauchen sie einen Partner, der die Menschen dazu bringt, ihre jeweiligen Seiten besuchen. So wie sie als Werbeplattform für Unternehmen dienen wollen, brauchen sie selber Werbung. Natürlich würde keine Zeitung auf die Idee kommen für das Recht zu zahlen, Werbung für ein Unternehmen machen zu dürfen. Gleichzeitig möchten sie, dass Google genau das tut.

Natürlich (und hoffentlich) wird Google nicht zahlen. Würde es darum gehen, dass die gesamten Inhalte durch Google kopiert und ins Netz gestellt werden, könnte ich die Kritik bzw. den Wunsch nach Entlohnung ja verstehen, aber dann wäre es m.E. eine Frage des Urheberrechts. Wenn aber nun Google nicht zahlen will, heißt das u.U., dass Google die Angebote der Zeitungsverlage aus dem Index nehmen wird, d.h. die Angebote werden nicht mehr gefunden. Wie das dann aussieht konnte man 2011 in Belgien beobachten. Wie gesagt, Google sorgt für einen Großteil des Traffics auf den Angeboten der Zeitungsverlage.

Was aber bedeutet das nun für den Nutzer bzw. die Kulturinstitutionen? Zum Einen müssen wir anerkennen, dass wir es bis jetzt sehr leicht hatten. Google sorgte dafür, dass wir die einzelnen Angebote der Zeitungsverlage finden konnten. Ich selber gehe nie zuerst auf das Angebot eines Verlages wie z.B. tagesspiegel.de. Ich nutze Google als Startpunkt. Wenn aber die vorhandenen Seiten nicht mehr erscheinen, muss ich mir neue Quellen suchen bzw. Google könnte andere Quellen aufnehmen. Vielleicht erleben wir somit eine Renaissance der Blogs? Vielleicht werde ich auch endlich damit beginnen, über RSS-Reader internationale Angebote (sowohl Blogs oder ähnliches als auch ausländische Zeitungen) zu lesen. Wer braucht noch Focus-Online oder Morgenpost.de wenn er auf die verschiedenen Quellen im globalen Netz zugreifen kann? Wenn wir ein bisschen auf unsere Bequemlichkeit verzichten, können wir viel spannendere Angebote finden. So könnte das Leistungsschutzrecht dazu führen, dass wir endlich beginnen über unseren Online-Quellen-Tellerrand hinaus zu blicken.

Auch für die Unternehmen, die u.a. auf den Plattformen der Verlage werben, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten. Klassische Werbung ist schon heute immer seltener erfolgreich. Die digitale Welt braucht keine Werbung sondern Kommunikation. Warum auf Plattformen werben, die von sich behaupten, dass sie den Kontakt zum Kunden herstellen können, wenn ich dies durch die Nutzung von Social-Media doch selbst bzw. direkt erledigen kann? Wie wenig Zeitungsverlage an ihre Werbekunden denken zeigt die Tatsache, dass sie mit Google genau die Plattform angreifen, die für den Großteil des Traffics auf ihren Seiten sorgt. Als Unternehmen macht es keinen Sinn, weiterhin die Abhängigkeit von Plattformen zuzulassen, die durch ihr eigenes Verhalten an Bedeutung verlieren werden. Sicher, es gibt die lokalen Märkte und es gibt Zielgruppen, die auf den diversen Social-Media-Plattformen nicht unterwegs sind. Aber die Zahl derer, die komplett analog leben sinkt stetig. Es geht deshalb auch nicht darum, komplett auf die Werbung auf diesen klassischen Medien zu verzichten. Es sollte aber bedacht werden, dass es in der Zukunft immer weniger um Werbung und immer mehr um Social-Media als Modell für neue Anbieter-Kunden-Beziehungen geht. Als Unternehmen sollte man also weniger die Werbeprospekte der PR-Agenturen und mehr Bücher wie „the Cluetrain Manifesto“ lesen. Überlegen Sie als Unternehmen lieber zweimal bevor Sie weiter auf die Angebote von Zeitungsverlagen setzen.

Auch für Kulturinstitutionen könnten sich völlig neue Chancen und Möglichkeiten ergeben. Dadurch, das die Angebote der Zeitungsverlage unbedeutender werden, sinkt auch die Bedeutung des Feuilleton. Er hat seine Deutungshoheit ohnehin schon eingebüßt. In Zukunft ist er nicht mehr als die Meinung eines kulturintessierten Redakteurs. Kulturinstitutionen können bzw. sollten nun in der Breite damit beginnen, die digitale Welt zu gestalten. Die vielen guten Beispiele von erfolgreichen Institutionen zeigen ganz deutlich, welch großes Potential im Bereich Social-Media steckt. Dabei ist es nur wichtig, das Social-Web nicht als Plattform für die Öffentlichkeitsarbeit zu sehen. Der Bereich Öffentlichkeitsarbeit ist nicht die stärkste sondern die schwächste Funktion von Social-Media. Es wird vielmehr darum gehen, die digitale Welt als natürliche und menschliche Erweiterung einer Kulturinstitution zu sehen.

Wenn ich über das Leistungsschutzrecht nachdenke, habe ich keine Angst vor den möglichen Konsequenzen. Im Gegenteil, es könnte sein, dass wir damit den letzten Grund gefunden haben, nicht mehr auf klassische Medien zu setzen sondern unsere eigene Medienwelt aktiv zu gestalten.

Beste Grüße

Christoph Deeg

Das Social-Media-Gaming-Barbecue in Berlin! #smgbbq

Liebe Leser,

heute möchte ich Euch auf einen ganz besonderen Event in Berlin
aufmerksam machen. Am 03. September veranstalte ich zusammen mit der
Meltwater Group und der Bezirkszentralbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg das Social-Media-Gaming-Barbecue in Berlin. Das besondere: Mein Kollege Dominic Walch hat ebenfalls einen echten „Son of Hibachi“-Grill d.h. zum ersten mal können wir auch zwei Grills und zwei Grillmeister zugreifen. Auch dieses mal wollen wir wieder grillen und uns dabei in lockerer Atmosphäre über Social-Media und Gaming unterhalten. Stattfinden wird das Ganze hinter der Bezirkszentralbibliothek in Friedrichshain-Kreuzberg und wir beginnen um 19h. Die Teilnahme ist natürlich wie immer kostenlos – allerdings muss jeder Teilnehmer seine eigenen Getränke und sein eigenes Grillgut mitbringen.

Ich freue mich sehr auf die Veranstaltung. Das Team von Meltwater macht wirklich Spass und wann gab es schonmal ein Social-Media-Gaming-Barbecue mit zwei echten Grillmeistern?

Wenn Ihr am Barbecue teilnehmen wollt schickt mir bitte einfach eine
kurze Mail, damit wir besser planen können an:
christoph.deeg@googlemail.com

Beste Grüße

Christoph Deeg