Wie Google mich über den Umgang mit Technologie nachdenken lässt…

Liebe Leser,

ich bin schon seit drei Tagen im schönen Würzburg um die dortige Stadtbücherei in die digitale Zukunft zu begleiten. Das Projekt macht sehr großen Spass und ich freue mich auf die kommenden Workshops in 2013. Doch obwohl mir die Arbeit in Würzburg große Freude bereitet, war ich gestern zumindest für einen Moment schlecht gelaunt. Und das hat folgenden Grund: Ich bin seit ein paar Monaten auf der Suche nach einem neuen Smartphone. Ich hatte mich in den letzten zwei Jahren sehr über Samsung geärgert. Mein Galaxy S sollte kein neues Android-Update mehr bekommen. So wurde aus einem tollen Werkzeug innerhalb weniger Augenblicke faktisch Elektroschrott. Ok, ja man kann das Smartphone weiter nutzen und es verrichtet seinen Dienst wirklich gut. Aber es war auch so langsam in die Jahre gekommen und man sah ihm an, dass ich es auf meinen Reisen intensiv benutzte.

Ich suchte überall nach einem passenden Nachfolger und dann entdeckte ich das Nexus 4 von Google. Für die Mobile-Internet-Roadshow für Bibliotheken habe ich eine Vielzahl an Geräten gekauft. Schließlich sollen die Teilnehmer ja so viele Geräte wie möglich ausprobieren können. Und so habe ich in den letzten Monaten verschiedene Tablets (iPad, Asus Transformer, Google Nexus 7 und Kindle Fire HD) sowie eBook-Reader und natürlich Smartphones mit verschiedenen Betriebssystemen angeschafft. Das Nexus 4 sollte mein Werkzeug für die nächsten ein bis zwei Jahre sein und zum Glück merkte ich früh genug, dass ich eine neue Simkarte (Micro-Sim) benötigte. Also bestellte ich eine neue Sim-Karte was wiederum bedeutete, dass meine alte Karte diesen Montag deaktiviert wurde. Aber da ich ja durch die Mobile-Internet-Roadshow über eine Vielzahl an Geräten verfüge konnte ich auf ein Windows-Phone von Nokia mit Micro-Sim zurückgreifen.

Also wartete ich gespannt auf den 13. November 2012 um dann mein neues Nexus 4 zu bestellen. Und damit begannen die Probleme. Ich hatte mich bei Google für eine Erinnerungsmail eingetragen. Ich sollte also eine Mail bekommen wenn das Nexus 4 verfügbar ist. Die Mail kam auch – aber ich konnte nicht bestellen. Egal was ich tat und probierte – es wollte einfach nicht funktionieren. Also fragte ich meine Community und musste erfahren, dass das System zusammengebrochen und das Nexus 4 ausverkauft war. Ich war zugegeben mehr als sauer. Ich war enttäuscht und ich hatte ein Problem – denn ein Windows-Phone eignet sich nicht gerade als Arbeits-Werkzeug. Ich begann gestern abend nach einer Alternative zu suchen. Doch je mehr ich suchte desto mehr fragte ich mich, was ich hier eigentlich gerade mache? Wenn ich ehrlich bin, würde das Galaxy S auch noch für ein paar Monate ausreichen. Es mag nicht so cool und manchmal auch langsam sein, aber es kann alles was es soll. Und es ist vorhanden und nicht kaputt. Ich vermisse keine Funktionalität. Je mehr ich darüber nachdachte desto mehr erinnerte ich mich daran, dass Technologie nur ein Werkzeug ist. Es geht nicht um die Frage ob ich die neueste Technologie nutze, sondern was ich damit mache. Es geht auch beim Fußball nicht um ein Stadion, sondern um das was darin passiert. Also bestellte ich bei Amazon einen Sim-Karten-Adapter:-)

Wann immer wir über Technologie nachdenken muss uns doch in Erinnerung bleiben, dass es letztlich um die Frage geht, was wir damit anstellen. Der Coolnesfaktor oder Reiz des Neuen ersetzt nicht die langfristigen Mehrwerte und diese ergeben sich aus den Ergebnissen meiner Arbeit für die ich die Technologie brauche. Es mag komisch klingen aber ich bin Google fast ein bisschen dankbar, dass ich daran wieder erinnert wurde.

Das ändert natürlich nichts daran dass ich nicht verstehen kann, wie sich ein Unternehmen wie Google so derart verschätzen kann. Oder anderes ausgedrückt: Hätte Gott gewollt, dass ich ein Nexus 4 bekomme, hätte er Google mit mehr Know-How ausgestattet:-)

Beste Grüße

Christoph Deeg

3 Kommentare zu “Wie Google mich über den Umgang mit Technologie nachdenken lässt…

  1. Du hast so Recht. Leider ist mein Iphone 3GS mittlerweile so lahm, dass ich kaum noch vernünftig mit arbeiten kann. Klar, es klappt. Aber wenn ich mal wieder einige Sekunden warten muss, wenn ich zwischen Whatsapp und Browser wechsle und ich das 10 Mal hintereinander machen muss, ist die Geduld am Ende. Darum bin ich auch jetz, zwei Tage später, immer noch enttäuscht und es wird mir permanent vor Auge geführt.

  2. Pingback: Blogs aus Berlin bei ebuzzing.de – Ranking für November 2012 | world wide Brandenburg

  3. Ja offensichtlich hat Google keine Lust mehr was zu verkaufen. Ich schaue nun schon seit über 6 Wochen täglich in den PlayStore um das Nexus 10 zu erwerben. Aber es ist weiter und weiter und weiter ausverkauft. Selbst der Besuch meines Bruders in Seattle hat nix gebracht. Und so langsam weiss ich auch nicht ob ich darauf noch Lust habe… wenn ich nicht gerade eine Hülle dafür zu Weihnachten geschenkt bekommen hätte… *grmpf*.

    Aber geduld ist ja bekanntermaßen eine Tugend 🙂

    In diesem Sinne.

    Beste Grüße aus Bonn

    Thomas Gross

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