Unternehmenskommunikation und Social-Media – Pierre Littbarski bloggt nicht

Liebe Leser,

Immer mehr Unternehmen nutzen verschiedenen Social-Media-Plattformen. In den meisten Fällen geht es dabei um Werbung bzw. PR-Aktivitäten. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen, jedoch werden immer wieder wichtige Punkte übersehen. In vielen Fällen werden Social-Media-Aktivitäten durch Werbeaktivitäten in klassischen Medien begleitet. Dazu gehört z.B. der Hinweis auf einen Facebookseite oder einen Twitteraccount auf Flyern und Plakaten. Gerne werden in diesem Zusammenhang auch die berühmten Gewinnspiele benutzt. An sich ist an solchen Aktivitäten nichts auszusetzen. Problematisch wird es nur dann, wenn z.B. die Werbung für ein Gewinnspiel zur Unterstützung der unternehmenseigenen Facebook-Seite noch in den Filialen des Unternehmens ausliegt, das Gewinnspiel aber längst beendet ist. Ich hatte dies schon vor ein paar Monaten am Beispiel Segafredo beschrieben.

Nun ist mir ein ähnliches Beispiel aufgefallen. Auf dem Flughafen Berlin-Tegel wirbt die Fluggesellschaft „Finnair“ für Flüge nach Asien. Mit dem deutschen Ex-Fussball-Nationalspieler Pierre Littbarski hat man einen interessanten Botschafter gefunden. Pierre Littbarski war nämlich als Spieler und später als Trainer in Japan aktiv. Er könnte also einiges erzählen und ich wäre sehr interessiert daran von seinen Erfahrungen zu lesen. Und so freute ich mich sehr, dass er anscheinend zu einem Blogger geworden war. Auf der Werbetafel von Finnair fand ich einen Hinweis zu seinem Blog:

Großes Kino! Ich begann schon im Flugzeug über einen Blogbeitrag nachzudenken, in dem es um eine tolle Social-Media-Kampagne mit einem spannenden Blog gehen sollte. Ich stellte mir vor, wie ich auf dem Blog von Pierre Littbarski einen Kommentar hinterlassen würde und er würde antworten. Wow! Wenn das kein Grund ist, mit Finnair zu fliegen, oder?

Leider wurde ich später bitterlich enttäuscht. Pierre Littbarski bloggt nicht. Wenn man die angegebene URL aufruft passiert folgendes:

Ich bin ja sehr geduldig – also habe ich jetzt ein paar Wochen lang diesen Link wieder und wieder aufgerufen – immer mit dem gleichen Ergebnis: Pierre Littbarski bloggt nicht. Nun mag es viele Gründe geben, warum der Blog nicht vorhanden ist. Es mag sein, dass der Blog wieder eingestellt wurde. Es kann ebenso sein, dass die Idee des Blogs verworfen wurde. Was genau passiert ist weiß ich nicht. Was ich aber weiß ist, dass die vorhandene Variante ein Worst-Case-Szenario darstellt.

Selbst wenn der Blog nicht mehr relevant ist oder nie existiert hat, man hätte zumindest eine statische Seite erstellen können, die die aktuelle Situation erklärt. Der Aufwand ist gering – er zeigt aber, dass man Social-Media ernst nimmt. An sich ist die Kombination von Social-Media-Aktivitäten mit klassischen PR-Aktivitäten eine gute Sache. Nur dann muss man es auch ernst meinen und daran arbeiten. Dazu gehört, dass man die gesamten Aktivitäten kontinuierlich überprüft. Wenn es also in einem Medium einen Hinweis auf Social-Media-Aktivitäten geben soll, dann ist dies Teil der Social-Media-Strategie und muss überwacht werden. Projektmanagement-Tools wie Gantt-Diagramme können hier helfen.

Grundsätzlich ist es wichtig zu verstehen, dass alles irgendwann wahrgenommen wird. D.h. jede Aussage, jede Kampagne und jede Idee wird irgendwann gefunden – nicht nur im Netz sondern auch in der analogen Welt. Man kann an diesem Beispiel auch erkennen, wie weitreichend eine Social-Media-Strategie sein sollte. Es geht nicht nur um Plattformen und Inhalte sondern um nahezu alle Arbeitsbereiche einer Institution bzw. eines Unternehmens. Abgesehen davon werden wir in Zukunft weitaus mehr nachhaltige Social-Media-Strategien benötigen. Kurzlebige Social-Media-Kampagnen sind wenig hilfreich – außer natürlich für die Agenturen, die sie umsetzen:-)

Beste Grüße

Christoph Deeg

3 Kommentare zu “Unternehmenskommunikation und Social-Media – Pierre Littbarski bloggt nicht

    • Hallo kmnweimar,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Den Bereich auf der Webseite habe ich auch gefunden. Es gibt sogar noch weitere klassische Pressematerialien. Jedoch ist der Blog als Social-Media-Tool nicht vorhanden und das ist schade…

      Ganz liebe Grüße

      Christoph

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