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Social Media als Querschnittsfunktion des Managements

Liebe Leser,
vorgestern durfte ich auf dem Treffpunkt Kulturmanagement zum Thema „Social Media als Querschnittsfunktion des Managements“ sprechen. Dieses Thema ist für mich besonders spannend.

Für Viele ist Social Media eine Aufgabe für PR- und/oder Marketingabteilungen. Diese Herangehensweise ist nicht falsch aber eben auch nicht richtig. Es gibt kein Unternehmen und keine Organisation, für die Social Media nicht relevant ist. Alle Geschäftsbereiche eines Unternehmens/einer Organisation werden direkt und/oder indirekt durch Social Media beeinflusst. Dabei geht es nicht nur um Plattformen und Technologien sondern vielmehr um eine neue Kultur bzw. eine neue Form zu Denken und zu Arbeiten. Möchte man als Unternehmen oder Organisation Social Media erfolgreich nutzen, kann dies nicht die Aufgabe der PR- oder Marketingabteilung sein. Es muss dann eine Management- bzw. Querschnittsfunktion des gesamten Unternehmens sein. Am Beispiel von Kulturinstitutionen habe ich versucht, zu beschreiben, was diese Idee in der konkreten Umsetzung bedeutet. Das wir dabei u.a. zu dem Schluss gekommen sind, dass Kulturinstitutionen letztlich kein strategisches Management kennen, war für mich sehr interessant – aber nicht weiter verwunderlich:-)

Natürlich wurde der Vortrag aufgezeichnet. Ich wünsche Euch viel Spass damit und freue mich auf die Diskussion…

Beste Grüße

Christoph Deeg

Die sieben Social-Media-Todsünden – Nr. 1: Wir machen ein bisschen Social-Media

Liebe Leser,

heute beginnt eine kleine siebenteilige Serie zum Thema “Die sieben Social-Media-Todsünden”. Dabei möchte ich auf Basis meiner Erfahrungen auf die klassischen Fehler hinweisen. Beginnen wir also mit der ersten Todsünde: “Wir machen ein bisschen Social-Media”. Diese Aussage hört man sehr oft. Man möchte zwar irgendwie dabei sein, aber andererseits erstmal schauen was so passiert. Dies ist eine Social-Media-Todsünde, denn es kann nicht funktionieren.

Um zu verstehen warum das so ist müssen wir nur für einen kleinen Moment über folgende Frage nachdenken: Wo in unserem Leben sind wir bereit, uns mit “ein bisschen” zufrieden zu geben? Was wäre, wenn wir beim Italiener um die Ecke Pasta bekommen, die nur ein bisschen gar ist? Wie reagieren wir, wenn unser Partner uns sagt, dass er uns ein bisschen liebt? Wie gehen wir damit um wenn Fussballer nur ein bisschen Fussball spielen? Wie reagieren wir, wenn unser Mitarbeiter/Kollege uns sagt, dass er nur ein bisschen arbeitet? Kann man ein bisschen schwanger sein? Wie wäre es, wenn der Chirurg nur ein bisschen operiert? Wie ist es, wenn die Bahn nur ein bisschen fährt? Was machen wir, wenn die Putzkräfte im Hotel nur ein bisschen putzen?

Seien wir ehrlich: es gibt kaum etwas, bei dem wir mit “ein bisschen” zufrieden wären, aber warum machen viele Unternehmen und Institutionen dann nur ein bisschen Social-Media? Social-Media ist kein Add on. Es ist keine Aufgabe, die man umsetzt, wenn man die anderen Aufgaben erledigt hat. Es ist auch nichts, was man dem Praktikanten übergeben sollte. Und nein, Social-Media ist auch nicht Werbung.

Ich weiß, dass viele Unternehmen und Institutionen im Bereich Social-Media aktiv sind oder aber damit starten wollen. Aber wenn wir es nur ein bisschen machen, kann es nicht funktionieren. Das bedeutet nicht, dass man 30 Plattformen bedienen, 1.500.000,00 € ausgeben und 40 Vollzeitstellen einrichten muss. Aber es bedeutet, dass ich mich auf diese Kultur einlasse. Es bedeutet, dass ich verstehe, dass dieses Thema auch nach innen wirkt und u.U. einige meiner Denk- und Arbeitsweisen infrage gestellt werden. Es bedeutet, dass ich kritisiert werde und dass ich mit meinen Kunden auf Augenhöhe kommuniziere. Und es bedeutet, dass dieses Thema die gleiche Relevanz wie alle anderen Themen in meinem Unternehmen bzw. meiner Institution hat.

Ich weiß, dass es diese tollen Vorträge von Social-Media-Managern gibt, bei denen man danach unbedingt dabei sein will. Ich halte ja selber solche Vorträge:-) Aber im Bereich Social-Media ist dabei sein nicht alles! Wenn wir all die tollen Möglichkeiten nutzen wollen, müssen wir auch etwas dafür tun. Oder glauben wir, man könnte an diesem Milliardengeschäft, an dieser Kultur, die ganze Gesellschaften verändert oder an der globalen Vernetzung partizipieren, wenn man ein bisschen mitmacht?

Eines ist klar: Die Menschen mit denen wir kommunizieren wollen sind nicht blöd. Sie merken, ob wir das alles nur ein bisschen machen oder es wirklich wollen. Der größte Unsinn ist aber die Idee, erstmal ein bisschen aktiv zu sein um dann zu schauen ob es sich lohnt. Wie soll das funktionieren? Wenn ich nur ein bisschen kommuniziere, dann bekomme ich auch nur ein bisschen Antworten. Und was wollen wir dann daraus für Schlüsse ziehen? Niemand würde auf die Idee kommen, eine Segeljacht zu bauen, und diese zu testen, in dem man ohne Segel zu setzen mit dem kleinen Außenboard-Motor im Hafenbecken herumtuckert. Wir wissen dann zwar, ob der kleine Motor funktioniert aber nicht, ob man mit dem Schiff auch segeln kann.

In diesem Sinne – denkt immer an Meister Yoda. Er sagte “Tue es oder tue es nicht – aber versuchs nicht”

Beste Grüße

Christoph Deeg

Willkommen auf meiner Forschungsreise nach Asien zum Thema “Gaming”

Liebe Leser,

es ist Samstag der 23.02.2013 und ich sitze am Flughafen in Berlin-Tegel. In den letzten zwei Wochen war es auf meinem Blog wieder etwas ruhiger. Mein Ziel, in diesem Jahr 100 Blogbeiträge zu posten verfolge ich weiter, aber in den letzten Wochen musste ich einiges in der analogen Welt vorbereiten. Neben meinen Beratungstätigkeiten in den Bereichen Social-Media und Gamification für Unternehmen und Institutionen und der Tatsache, dass ich gerade mein erstes Buch schreibe (nein, es ist kein Buch über Barbecue sondern über Gaming) musste ich vor allem eine Reise vorbereiten, die heute beginnt: Meine Forschungsreise zum Thema „Gaming in Ost-Asien“.

Worum geht es genau?

In den nächsten 16 Tagen werde ich nach Hongkong, Shanghai, Tokio, Osaka und Seoul reisen um im Auftrag des Goethe-Instituts zum Thema Gaming in Asien zu forschen. Diese Reise ist der Auftakt zu einer längeren Forschungsarbeit und wenn alles gut läuft ist es nicht die letzte Reise nach Asien.

Warum Gaming in Asien?

Ich werde während meiner Reise sehr viele Menschen, Unternehmen, Institutionen und Orte kennenlernen. Ich möchte herausfinden, wie sich in diesen Ländern Gaming, Bildung, Wirtschaft und Kultur gegenseitig beeinflussen. Das Thema Gaming verbinden viele Menschen noch immer mit jungen männlichen Teenagern, Suchtgefahren und Gewaltdarstellungen. Aber Gaming ist viel mehr. Gaming ist ein Teil der digitalen Kultur und diese Kultur steht für neue Denk- und Arbeitsweisen, neue Formen der Kultur- und Wissensvermittlung, neues Lernen, neue Management-Modelle und jede Menge Spass. Wenn Social-Media Web 2.0 ist, dann ist Gaming Social-Media 2.0. Alle Themen, alle Ziele, alle Herangehensweisen, welche wir aus dem Bereich Social-Media kennen bzw. andenken sind im Gaming bereits seit Jahren vorhanden. Gaming bedeutet Lernen, Wissensmanagement, Marketing, Spielen, Austauch etc. Die besten Community-Manager können wir in der Gaming-Branche finden. Storytelling, Augmented Reality, Vernetzung, Recherchekompetenz, Leseförderung – all das ist in Gaming vorhanden. Wenn wir diese Kultur verstehen und uns zu eigen machen, wenn wir uns dieser Kultur öffnen, dann können diese Modelle helfen, bessere Kultur- und Bildungsinstitutionen, bessere Unternehmen und bessere Communitys zu entwickeln.

Natürlich ist in Asien nicht alles besser – aber ich glaube es ist anders. Dies betrifft auch die möglichen negativen Konsequenzen. Meine Asienreise basiert also nicht auf der Idee, den asiatischen Weg – wenn es dies überhaupt gibt – in Deutschland zu kopieren. Aber ich glaube, wir können voneinander lernen.

Für mich sind Social-Media und Gaming die zwei Seiten der selben Münze. Niemand braucht eine Social-Media-Strategie. Was wir benötigen sind digitale Strategien, die sowohl Social-Media als auch Gaming beinhalten.

In den nächsten Tagen werde ich sehr viele Fotos und Videos aufnehmen, sehr viele Menschen treffen und sehr viele Eindrücke sammeln. Ich bin gespannt auf das was mich erwartet. Natürlich werde ich versuchen, so oft wie irgend möglich zu bloggen. Ansonsten könnt Ihr mir natürlich auch auf Twitter, Facebook etc. folgen.

Beste Grüße

Christoph Deeg

Videos der Woche: Vorträge zu Kulturinstitutionen in der digitalen Welt

Liebe Leser,

das Wochenende ist da. Ich sitze in meinem Arbeitszimmer und genieße meinen Kaffee und den blauen Himmel durch das Fenster:-) Noch ein paar kleine Dinge erledigen und dann geht es in den Park – natürlich mit meinem iPad. Der gestrige Tag mit meinen Studenten in Hildesheim wirkt immer noch nach. Das Modell das Seminar als Dialog auf Augenhöhe zu konzipieren hat sich bewährt. Durch die Diskussion über meine Ideen zum Kulturmanagement 2.0 habe ich viel gelernt. Genauer gesagt bin ich erst durch die Studenten auf den fehlenden Gedanken gekommen, der das Konzept zum Leben erweckt. Man sieht, meinen Schokokuchen-Bestechungs-Aktion hat sich gelohnt:-)

Aber auch der Umbau meiner Onlineaktivitäten geht weiter. In Teilen habe ich ja schon die Struktur meines Blogs verändert. Mein Angebot ist unter “Workshops” und “Beratung” sowie “Bergmann-Deeg-Modell” zu finden. Einige kleine Funktionalitäten sind entfernt worden. Ich möchte aber auch inhaltlich etwas ändern. Zum Wochenende soll es wenn möglich immer die Videos der Woche geben. Dies sind Videos, die ich gefunden oder aufgenommen habe, oder auf denen ich zu selber zu sehen bin. Mit letzterem möchte ich heute beginnen. Das erste Video ist ein Mitschnitt meine Vortrages auf der kürzlich stattgefundenen Tagung Aufbruch!Museen im Web 2.0.:

Das zweite Video wurde im letzten Jahr auf der Konferenz „Kulturhorizonte 2020. Kulturelle Praktiken im digitalen Zeitalter” in Vilnius aufgenommen. Dort habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wo die deutschen Kulturinstitutionen bezogen auf die digitale Welt überhaupt stehen:

Um ein Gefühl für die Herausforderungen, welche sich durch die digitale Welt ergeben zu bekommen, lohnt sich das Video von Neil Stimler vom Metropolitan Museum of Art in New York:

Ich bin gespannt auf Eure Meinungen

Beste Grüße

Christoph Deeg