Warum Social-Media eine analoge Aufgabe ist – und warum wir mehr Gamescom brauchen

Liebe Leser,

ich bin gerade in Olsberg in Nordrhein-Westfalen. Morgen werde ich wieder einen kleinen Verbund von drei sehr kleinen Kultur- und Bildungsinstitutionen auf Ihrem Weg in die digitale Welt begleiten. Morgen ist der Kick-Off-Workshop und der Abend vor so einem Workshop ist immer besonders spannend für mich. Wie werden die Teilnehmer reagieren? Welchen Weg werden wir einschlagen? Funktionieren die technischen Ressourcen? Und wie sehen dann die nächsten Monate aus? Ich werde diese Institutionen nämlich das ganze Jahr begleiten.

Mein vorletzter Blogbeitrag war sehr erfolgreich. Es gab eine Vielzahl an Diskussionen. Zum kleinen Teil fand die Diskussion hier auf meinem Blog und zum großen Teil auf Facebook, Twitter und Google+ statt. Warum dieses mal so wild diskutiert wurde kann ich ehrlich gesagt gar nicht nachvollziehen. Gewiss die Thesen mögen dem Einen oder Anderen etwas provokant erscheinen, aber letztlich habe ich diese Ideen schon seit mehr als zwei Jahren kommuniziert. Und sie sind seit dieser Zeit die gedankliche Basis meiner Arbeit. Die Grundgedanken, dass die digitale Welt keine neue Technologie sondern eine völlig neue Kultur darstellt vertrete ich schon lange und die damit verbundenen Herausforderungen und Fragestellungen gelten sowohl für Bibliotheken als auch für alle anderen Institutionen und ebenso für Unternehmen.

Ich bin immer mehr der Meinung, dass wir nun (endlich) in die Phase der Veränderung kommen. Immer mehr Institutionen und Unternehmen sind in der digitalen Welt aktiv. Und immer mehr Menschen setzen sich mit den damit verbundenen Konsequenzen auseinander. So langsam versteht man den Impact auf unsere Lebensrealität. Man versteht, dass man die klassischen PR- und Marketingwerkzeuge nicht mehr nutzen kann. Und das beschränkt sich nicht mehr alleine auf das Social Web. Offenheit, Transparenz, Kooperation, Community-Building und viele weitere Begriffe und Themen stehen nicht für eine abgeschlossene Enklave, welche sich digitale Welt nennt. Diese neuen Denk- und Arbeitsweisen werden in Zukunft nicht nur die Basis der Arbeit in der digitalen sondern auch der analogen Welt sein. Die Plattformen (Facebook, Twitter, Google+, Blogs, Wikis) die Technologien (Smartphones, Tablet-PC’s, Netbooks etc.) sind nur die Hülle für die Aktivitäten der Menschen. Sie sind nur die Werkzeuge. Das bedeutet, wer diese Plattformen verstanden hat, kann noch lange nicht erfolgreich mit ihnen umgehen. Deshalb ist es z.B. für viele Werbeagenturen so schwer, erfolgreich im Social Web zu agieren. Ihre Modelle und Herangehensweisen funktionieren im Social Web nicht mehr. Und auch Institutionen stehen vor neuen Herausforderungen. Gab es noch vor ein paar Jahren den Mythos der Deutungshoheit geht es heute darum, neue Kommunikations- und Arbeitsformen zu verstehen, zu entwickeln und umzusetzen. Und diese neuen Wege lassen sich nur schwer beschreiten, wenn die Strukturen und Ressourcen darauf nicht vorbereitet sind.

Aber ist dies wirklich eine digitale Revolution? Ich glaube nicht. Sicher, wir haben große Veränderungen bezüglich unsere Medien- und Kommunikationsformen und ja, das verändert alles. Andererseits kann die digitale Welt keine reale Bedeutung entfachen, wenn sie nicht in der analogen Welt verankert ist. Alle was wir im Internet sehen, alle Inhalte auf Facebook, Twitter, Google+ und Co. ist von Menschen gemacht. Die Inhalte entstehen in den Köpfen der Menschen und nicht in den Einsen und Nullen des Internets. Das Web verändert alles aber es ist nur ein Werkzeug. Die Herausforderungen, die sich aus der digitalen Welt ergeben sind letztlich nur ein Spiegelbild der Herausforderungen in der analogen Welt. Der digitale Wandel macht sichtbar und erfahrbar, wo die Probleme in der analogen Welt liegen.

Immer wenn ich das folgende Video sehe, wird mir klar, dass es um einen viel größeren Wandel geht. Und jenseits von drittklassigen Werbefilmchen und Möchtegern-PR-Agenturen entstehen neue Berufe, neue Plattformen und neue Inhalte. Schaut Euch dieses Video an und Ihr versteht (hoffentlich) was ich meine.

Die Diskussion über die Zukunft der Bibliotheken kann und werde ich auch über die Zukunft der Museen, der Schulen, der Unternehmen und der Verwaltungen führen. Und wir werden erkennen, dass sich die Herausforderungen ähneln. Wenn uns aber ein von Menschen gelebtes und mit Inhalten gefülltes System zeigt, wo unsere Probleme liegen, dann sollten wir zuerst beginnen, besser zu zu hören. Mich würde interessieren, wie viele Besucher des kommenden Bibliothekskongresses in Leipzig zuhören? Man muss keine großen Studien in Auftrag geben. Man muss nur die Diskussionen auf Google+ und Twitter über meinen Blogbeitrag verfolgen, um zu sehen was die Menschen denken. Der Bibliothekskongress ist aber kein Ort des Zuhörens. Es ist ein geschlossenes System. So wie sich die Bibliothekswelt zurecht über geschlossene Systeme wie z.B. Amazon aufregt, ist sie selber nicht offen. In Leipzig reden wir mal wieder über die Menschen, aber nicht mit ihnen. Dabei wäre es so einfach: Öffnet den Kongress für die Kunden, Nutzer, Nicht-Kunden und Nicht-Nutzer. Erlasst jedem Kunden/Nutzer die Jahresgebühr für ein Jahr, wenn er auch nach Leipzig kommt. Natürlich ohne Eintritt zu zahlen. Lasset die Kultur- und Bildungskonferenzen zur Gamescom 2.0 werden. Und wenn das nicht geht: Mieten wir doch einfach eine Halle der Köln-Messe während der Gamescom und schauen wir was passiert.

In diesem Sinne eine schöne Nacht

Christoph Deeg

Die ultimative Vortragsreihe zur Zukunft der Kultur- und Wissensvermittlung mit Eli Neiburger im Februar 2013

Liebe Leser,

heute möchte ich Euch zu vier ganz besonderen Events einladen. Wie Ihr wisst beschäftige ich mich in meiner Arbeit nicht nur mit dem Thema Social-Media sondern auch mit dem Thema Gaming bzw. Gamification. Dieses Thema ist aus sehr vielen Gründen interessant. Zum Einen ist die Kultur der Gamer sehr spannend. Zum Anderen kann man durch die Beschäftigung mit diesem Thema innovative Konzepte für neue Formen des Managements, des Marketing, des Lernens und Lehrens etc. entwickeln. Gerade der Bereich Social-Media ist eng mit dem Thema Gaming verknüpft. Gaming ist quasi Social-Media 2.0. Die besten Community-Manager die ich kennenlernen durfte kommen aus der Welt des Gamings. Und es gibt noch vielmehr zu entdecken. Für sehr viele Spiele werden kontinuierlich Sekundärinformationen benötigt, welche man nicht in den Spielen sondern in Wikis, Blogs oder Foren findet. Gamer spielen nicht nur. Sie entwickeln ebenso eigene Systeme für das Informations- und Wissensmanagement. Aber Gaming hat ebenso einen großen Einfluss auf die reale Welt. In den USA hat man dies schon vor einigen Jahren verstanden. Es gibt Projekte wie „Quest to Learn“, bei dem der Lernplan einer ganz normalen Schule auf den Modellen der Games basiert. Es gibt eine Vielzahl an Bibliotheken die Gaming-Events veranstalten. So entstand eine eigene Gaming-Liga und der „National Gaming Day“.

Eine der wichtigsten Personen in diesem Bereich ist Eli Neiburger. Er arbeitet an der Ann Arbour District Library und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Frage, wie Bibliotheken in der Zukunft aussehen werden. Dabei geht es ihm nicht nur um Gaming. Das Thema steht für ihn vielmehr für einen tiefgreifenden Wandel. Für ihn können Bibliotheken schon heute nicht mehr von sich behaupten, dass Sie die Informationsexperten sind. In Zeiten des modernen Internets, mobiler Angebote und Social-Media ist die Informationskompetenz nicht mehr bei den Bibliotheken zu finden. Bibliotheken können Ihren Kunden also nicht mehr die besten Informationen bieten, aber sie können seiner Meinung nach einzigartige Erfahrungen bieten. Es geht also nicht um die Nutzung von Gaming um die Menschen zu den Büchern zu kriegen. Gaming ist ein gleichberechtigtes Medium. Es ist genauso wichtig und relevant wie Bücher, Musik, Filme, Oper, Theater etc. Aber Eli Neiburger geht noch einen Schritt weiter. Er hinterfragt Bibliotheken grundsätzlich. Er behauptet zum Beispiel:“ Würde es heute keine Bibliotheken geben, würde man ihre Errichtung nicht mehr erlauben“.

Warum schreibe ich das alles? Ich kenne Eli schon seit zwei Jahren. Er hat mir beim Aufbau der Gaming-Aktivitäten des Vereins Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. geholfen. Und er ist ein wunderbarer Gesprächspartner wenn es darum geht, neue Ideen für das Lernen und die Kulturvermittlung der Zukunft zu entwickeln. Deshalb freut es mich sehr, dass ich ihn im Rahmen meiner Tätigkeiten für den Verein (Zukunftswerkstatt) und durch Unterstützung der US-Botschaft Berlin für eine kleine Vortragstour nach Deutschland holen darf. Und (Trommelwirbel) hier sind die Tourdaten:

11.02.2013: Berlin – Computerspielemuseum; Beginn 19:00h
13.02.2013: Karlsruhe – Badische Landesbibliothek; Beginn 19:00h
14.02.2013: München – Bayerische Staatsbibliothek; Beginn 19:00h
15.02.2013: Köln – Stadtbibliothek; Beginn 19:00h

Der Eintritt ist wie immer frei!

Ich kann Euch nur unbedingt empfehlen, an einem Termine dabei zu sein. Diese Vorträge eignen sich nicht nur für Mitarbeiter in Bibliotheken. Jeder Mensch, der sich mit der Kultur- und Wissensvermittlung beschäftigt sollte versuchen Eli Neiburger zu hören. Für Mitarbeiter in Museen und Archiven ist dies genauso relevant wie für Lehrer, Eltern und Kulturmanager.

Bitte verteilt diese Information weiter. Teilt sie mit Euren Communities informiert jeden den Ihr kennt und natürlich: kommt selber hin!!!!

Weitere Informationen und Updates gibt es auf http://www.zukunftswerkstatt.org

Euer Christoph Deeg

Lasset die Kunden zu mir kommen – wie Bibliotheken mit eBooks und dem mobilen Internet arbeiten können bzw. sollten

Liebe Leser,

ich arbeite für viele verschiedene Kundengruppen. Die beiden größten Gruppen sind dabei Unternehmen und Bibliotheken. Die Arbeit mit mit beiden Zielgruppen macht großen Spass und es gibt mehr Gemeinsamkeiten als man denken mag. Die Ausgangslage und Aufgabenstellung ist auf jeden Fall vergleichbar. In beiden Fällen geht es um das Verständnis der Kultur der digitalen Welt und die Frage, inwieweit man in der Lage ist, diese Kultur in die tägliche Arbeit zu integrieren. Es geht um Veränderungen, neue Kommunikationsformen und sehr oft ein neues Verständnis des Bibliothek-Kunden- bzw. Unternehmen-Kunden-Verhältnisses.

Ich sehe die Tatsache, dass ich viele verschiedene Kundengruppen habe als großen Vorteil, denn so kann ich Ideen aus der einen Lebensrealität in die andere adaptieren. Es ist m.E. sehr wichtig den eigenen Horizont stetig zu erweitern. Deshalb empfehle ich z.B. Bibliotheksmitarbeitern auch immer wieder, nicht den Bibliothekartag sondern eher einen Event wie die Gamescom zu besuchen. Hat man als Bibliotheksmitarbeiter (oder auch Mitarbeiter eines Unternehmens) einmal die Gamescom besucht, hat man mehr gelernt als in fünf Jahren Fachkonferenz wie z.B. dem Bibliothekartag.

Kommen wir aber zum eigentlichen Thema dieses Beitrages. Für Bibliotheken hat sich in den letzten Jahren einiges verändert. Die digitale Revolution ist angekommen. Die Zeiten in denen man sich zurücklehnen konnte um zu diskutieren ob eBooks und iPads nur ein Hype sind, sind endgültig vorbei. Wir erleben nun die Massenverbreitung dieser Angebote und damit verbunden eine Änderung der Nutzungsformen von Medien jeglicher Art. Dabei geht es nicht nur um neue Medienformen oder neue Geräte. Bibliotheken erleben einen Wandel, der viel tiefer geht. In den letzten Jahrzehnten gab es eine mehr oder weniger klare Abgrenzung der Geschäftsmodelle zwischen Bibliotheken und Unternehmen aus der Buch- und Medienbranche. Bibliotheken verliehen die Medien und die Unternehmen verkauften sie. Dieses Nebeneinander war für beide Seiten von Vorteil. Aber diese Aufteilung ist nun Geschichte. Immer mehr Anbieter von Medien beginnen mit eigenen Verleihangeboten. Videos werden von Lovefilm, Maxdome, Sony etc. verliehen, Amazon verkauft nicht nur eBooks, sie haben zudem mit dem Verleih der Inhalte begonnen. Bertelsmann und Holtzbrink schicken mit „Skoobe“ ein eigenes Angebot ins Rennen. Auf der Playstation 3 habe ich ein Jahresabo für die aktuellen Games. Alle diese Angebote, und es gibt noch viel mehr davon, stehen in direkter Konkurrenz zu den Angeboten der Bibliotheken. Sie sind in der Regeln technisch ausgereifter, schneller und komfortabler und die Kosten fallen stetig.

Für Bibliotheken bedeutet dies, dass man sich überlegen muss, wie man mit dieser Situation umgeht. Meiner Meinung nach werden Bibliotheken als Verleihstationen für Medien keine große Zukunft haben. Die Angebote der Konkurrenz – auch Bibliotheken haben ein Angebot zum Verleihen von eBooks und Musik – sind in der Regel weiter entwickelt und durch den Konkurrenzkampf werden die Preise für diese Angebote weiter fallen. Zudem sind diese Unternehmen in der Breite besser aufgestellt und verfügen über die personellen und finanziellen Ressourcen um kontinuierlich spannenden Produkte auf den Markt zu bringen. Bibliotheken können in diesem Wettbewerb wahrscheinlich nicht bestehen. Es geht also darum eine Alternative zum klassischen Angebot zu finden. Eine Möglichkeit wäre das was ich den Wandel von der Bestands- zur Serviceorientierung nenne.

Zu Weihnachten 2012 wurden wieder eine riesige Zahl an eBook-Readern, Tablets, Smartphones etc. verschenkt. Das Interesse an diesen Produkten und den damit verbundenen Inhalten ist riesig und Bibliotheken könnten sich in diesem Bereich als Experten positionieren. Ein wäre es z.B. den Menschen, welche ein solches Gerät erworben haben, Unterstützung anzubieten. Ein klassisches Beispiel ist der Kunde, der zu Weihnachten einen Kindle-Reader von Amazon geschenkt bekommen hat. Sehr oft kommen diese Kunden in die Bibliothek und möchten erfahren, wie man auf diesem Gerät das eBook-Verleih-Angebot der Bibliothek nutzen kann. Leider sind die Kindle-Reader von Amazon nicht kompatibel mit dem Angebot der Bibliotheken. Aber Bibliotheken könnten dem Kunden nun zeigen, wo man bei Amazon kostenlose Bücher bekommt, wie man einen RSS-Reader auf dem Kindle installiert, wo man im Netz kostenlose eBooks findet und wie man diese legal in das Amazon-Format konvertieren kann. Gleiches gilt für die Nutzung von iPads und anderen Geräten.

Nun mag man einwenden, dass man damit ja Unternehmen wie Amazon oder Google unterstützt. Ich denke aber es geht darum, dem Kunden zu helfen. Der Kunde möchte lesen, lernen, spielen etc. und die Aufgabe der Bibliothek ist es dann, ihn auf diesem Weg zu unterstützen. Dies kann bedeuten, dass von diesem Kunden der Bestand der Bibliothek gar nicht mehr genutzt wird. Bekommt der Kunde aber in der Bibliothek diese spannenden Informationen und Hilfestellungen, wird er die Bibliothek damit als Experten für die Welt der Medien wahrnehmen. Somit ist dieser Kunde aufgrund seines geänderten Medien-Nutzungs-Verhalten nicht mehr für die Bibliothek verloren.

Zugegeben, diese Idee lässt sich nicht ohne weiteres umsetzen. Haupthinderungsgrund ist sicherlich die Tatsache, dass in vielen Bibliotheken das dafür notwendige Know How nicht oder nur teilweise vorhanden ist. Aber das kann man ändern. Eine Möglichkeit ist es, die Mitarbeiter mit diesen Angeboten vertraut zu machen. Um dies zu ermöglichen habe ich die Mobile-Internet-Roadshow für Bibliotheken ins Leben gerufen, bei der die Teilnehmer zuerst einen theoretischen Überblick über das Thema bekommen ehe sie dann eine Vielzahl an Geräten selber ausprobieren können. Die Mobile-Internet-Roadshow ist im letzten Jahren gestartet und erfreut sich großer Beliebtheit. Natürlich gibt es die Roadshow auch für andere Institutionen und natürlich auch für Unternehmen. Sie wird dann an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst. Hat man sich dem Thema auf diese Art und Weise genähert, kann in einem zweiten Schritt im Umfeld der Bibliothek nach Menschen suchen, die Interesse an diesem Thema haben und mithelfen möchten. Die Bibliothek wird also zu einer Plattform für Themen und Menschen.

Bleibt die Frage, wie man das am besten bewerben könnte? Zu Weihnachten wäre es eine Möglichkeit gewesen, Gutscheine für Beratungen auszugeben. Wenn dann ein Kunden plant, zu Weihnachten einen eBook-Reader zu verschenken, kann er den Gutschein gleich mit dazu legen. Der Deal wäre einfach:“Sie kommen mit Ihrem gerät zu uns und wir zeigen Ihnen was man damit alles machen kann. Und wenn wir etwas nicht wissen gegen wir zusammen auf die Suche nach den Antworten“. Ich habe dieses Modell schon an einigen Bibliotheken sehen können. Wichtig ist dabei, dass man sich von dem Ansatz verabschiedet, als Bibliothek alles wissen zu müssen. Im Gegenteil, mit dieser Herangehensweise kann man nicht nur Wissen weitergeben. Man kann auch Wissen bekommen…

Was mich interessieren würde ist, wo Ihr solche Angebote von Bibliotheken gefunden habt? Arbeitet Ihr vielleicht selber in einer Bibliothek und setzt sowas um? Was sind Eure Erfahrungen?

Beste Grüße

Christoph Deeg

Willkommen im Jahr 2013 – das Jahr von Social-Media und Gaming?

Liebe Leser,

ich hoffe Ihr seid alle gut ins neue Jahr gekommen? Ich sitze gerade bei guten Freunden und genieße einen entspannten Start in das Jahr 2013. Ich möchte in diesem Beitrag über mein Jahr 2012 schreiben. Was lief gut? Was könnte man noch besser machen?

Der Rückblick auf das Vergangene ist für mich immer sehr wichtig. Dabei geht es nicht nur um eine Evaluation oder ein internes Monitoring. Es geht auch darum zu sehen, was man alles schon erreicht hat. Viele meiner Kunden begleite ich über einen längeren Zeitraum. Einmalige Workshops bringen in der Regel eher wenig. Viele Fragen entstehen erst dann, wenn man das Erlernte umsetzen möchte. Wenn man ein Unternehmen oder eine Institution über einen längeren Zeitraum begleitet, indem man z.B. alle vier Monate einen Social-Media-Coaching-Workshop durchführt, kann man weitaus mehr erreichen. Dies hat auch damit zu tun, dass Social-Media nicht nur die Arbeit auf Plattformen wie Facebook oder Twitter bedeutet. Es geht ebenso um die Wirkung von Social-Media nach innen. Social-Media und Gaming sind keine Technologien. Sie stehen für eine neue Kultur und Unternehmen und Institutionen werden in der digitalen Welt nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn sie in der Lage sind, diese neue Kultur zu verstehen und in die eigene Kultur zu integrieren.

Dieser Prozess dauert in der Regel mindestens ein Jahr und er hat einen Einfluss auf nahezu alle Geschäftsbereiche. Dieser „Kulturwandel“ geht aber nicht ohne Rückschläge und Schwierigkeiten vonstatten. Für viele Menschen bedeutet die digitale Welt eine sehr große Herausforderung. Es entstehen völlig neue Berufsbilder. Immer wieder erzählen mir Mitarbeiter, dass sie ihren Beruf vor 10 oder 15 Jahren gelernt haben und nun erleben, dass alles oder vieles was sie damit verbinden und was sie gelernt haben nun keine Bedeutung mehr hat. Das betrifft nicht nur die neuen Aufgaben. Vielmehr wurden und werden sehr viele Menschen bis heute in der Aus- und Weiterbildung nicht auf ein „lebenslanges Lernen“ bzw. eine lebenslange und individuelle Weiterentwicklung vorbereitet.

Viele Menschen stehen der digitalen Welt sehr kritisch gegenüber. Andere haben sogar Angst davor. Gerade für diese Gruppen bedeutet die digitale Welt eine Herausforderung, der sie sich nicht gewachsen sehen. Sie haben das Gefühl vor einer unendlich hohen Wand zu stehen, die sie nicht bewältigen können. Ich habe diesen Effekt sehr oft beobachten können und deshalb „zwinge“ ich meine Kunden dazu, am Ende eines Jahres sich eine halbe Stunde Zeit zu nehmen und sich den bereits zurückgelegten Weg anzusehen. Wir neigen sehr oft dazu, nur das zu sehen was noch alles getan werden muss und vergessen dabei das, was wir alles erreicht haben.

Also schaue auch ich zurück auf das Jahr 2012 und ja, es war ein gutes Jahr. Ich habe wieder eine Vielzahl an Unternehmen und Institutionen in die digitale Welt begleiten dürfen. Insgesamt waren es mehr als 35 Unternehmen, Institutionen sowie Städte und Gemeinden. Dabei ging es nicht nur um Social-Media sondern auch um das mobile Internet und die Welt des Gamings. Meine Mobile-Internet-Roadshow für Bibliotheken ist ein großer Erfolg. Das Social-Media-Gaming-Barbecue hat sich auch weiter entwickelt. Insgesamt habe ich mehr als 160 Nächte im Hotel verbracht und meine Bahncard glühte:-) Ich durfte auf tollen Konferenzen sprechen und habe eine Vielzahl an spannenden Menschen kennengelernt. Auch meine Aktivitäten in dem von mir mitgegründeten Verein „Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V.“ waren erfolgreich.

Michael Stephens “Learning Everywhere” from Zukunftswerkstatt on Vimeo.

Die Tour mit Michael Stephens, die Gaming-Liga und viele weitere Aktivitäten lassen den Verein stetig wachsen. Das besondere Highlight in diesem Bereich sind aber die stetig wachsende Zahl an Zukunftsentwicklern. Ich bin immer öfter auch im Ausland aktiv und was besonders wichtig ist: es macht mir sehr großen Spass.

Natürlich lief nicht alles perfekt. Es gab Rückschläge und Niederlagen. Sicher, ich konnte am Ende alle Probleme lösen und ich konnte zudem sehr viel lernen. Aber manches blieb liegen. Im zweiten Halbjahr haben vor allem meine eigenen Onlineaktivitäten zurückstecken müssen. Es war nicht so, dass ich überhaupt nichts gemacht habe. Aber ich hatte weitaus mehr vor. Das ganze ist ein bisschen paradox. Ich berate und begleite Unternehmen und Institutionen in der analogen Welt auf ihrem Weg in die digitale Welt und bin damit so erfolgreich, dass mir die Zeit fehlt, selber online aktiv zu sein. Damit geht auch einher, dass ich nicht so viel ausprobieren konnte wie ich wollte.

Die wichtigste Erkenntnis war für mich aber die, dass Social-Media und Gaming nur dann funktioniert, wenn man sich die damit verbundene Kultur zu eigen macht, und das dies genau das die größte Herausforderung ist. Ich weiß, dass ich dies schon sehr oft geschrieben habe und natürlich ist diese Erkenntnis nicht neu. Aber im letzten Jahr ist mir sehr oft vor Augen geführt worden, dass dies (immer noch) das Kernthema ist.

Nun also beginnt ein neues Jahr und es zeichnet sich ab, dass es viele Veränderungen geben wird. Auch in diesem Jahr werde ich wieder Unternehmen und Institutionen bezüglich Social-Media, Gaming und dem mobilen Internet begleiten. Es gibt wieder sehr spannenden Kunden. U.a. werde ich einen „Social-Media-Aussendienst“ starten. Mehr dazu in Kürze auf meinem Blog. Ich werde aber zudem sehr viel Zeit in meine eigene Weiterbildung und ein kleines Forschungsprojekt investieren. In diesem Jahr werde ich auch mein erstes Buch zum Thema Gaming veröffentlichen. Die Mobile-Internet-Roadshow wird massiv ausgebaut. Und im Januar startet auch das mobile Gaming-Lab. Das Social-Media-Gaming-Barbecue werde ich komplett umbauen. Es wird zu einer Plattform werden, auf der man Rezepte für Barbecues und Social-Media-Aktivitäten austauschen kann. Im Januar startet auch ein weiterer Blog von mir. Dieser Blog wird sich mit Zukunftsszenarien für Unternehmen und Institutionen beschäftigen und „Nachrichten aus der Zukunft“ heißen. Ich werde dort fiktive Nachrichten aus dem Jahr 2023 veröffentlichen. Diese Nachrichten beziehen sich auf Aktivitäten und Nachrichten aus der jetzigen Zeit. Im Februar darf ich mit dem US-amerikanischen Experten Eli Neiburger auf Deutschland-Tour gehen. Eli Neiburger arbeitet an der Ann Arbour District Library und beschäftigt sich mit völlig neuen Konzepten für die Kultur- und Wissensvermittlung. Sein Fokus liegt dabei auf dem Thema Gaming. Er hat u.a. den „National-Gaming-Day“ ins Leben gerufen und er ist zudem mein „Partner in Crime“ beim Aufbau der Deutsch-Amerikanischen Gaming-Liga. Diese Tour ist ein Projekt der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. und der US-Botschaft Berlin. Zusammen mit der stARTconference möchte ich in Berlin ein stARTcamp zum Thema „Scheitern“ veranstalten.

Es liegt also sehr viel Arbeit vor mir. Ihr werdet die Veränderungen und Entwicklungen online verfolgen können. Über alle Projekte werde ich berichten und ich hoffe ich schaffe mein persönliches Ziel, in diesem Jahr mindestens 100 Blogbeiträge zu schreiben.

Nun bleibt mir nur noch Danke zu sagen. Danke an meine Partnerin und meine Freunde, die mich im letzten Jahr so gut wie gar nicht mehr gesehen haben. Danke an meine Kunden für fantastische Workshops und vor allem das Vertrauen in meine Person. Vielen Dank auch an meine Kooperationspartner und die vielen Hotels, die sich so toll um mich gekümmert haben.

Ich freue mich auf ein spannendes Jahr 2013…

Beste Grüße

Christoph Deeg

Mein Vortrag zur Zukunft der Kulturvermittlung…

Liebe Leser,

vor ein paar Wochen durfte ich auf dem Symposium zur Kulturvermittlung der Stiftung Pro Helvetia und der Migros Kulturprozent in Basel sprechen. Über diese tolle Konferenz habe ich schon in einem anderen Beitrag berichtet. Heute möchte ich Euch nun das Video zum Vortrag präsentieren. Ich gebe zu, ich bin ein bisschen stolz auf das Ergebnis und ich freue mich über Eure Kritik..

Beste Grüße

Christoph Deeg

Auf dem Weg in das Archiv 2.0 – oder warum die Niederlande keinen Fussball brauchen:-)

Liebe Leser,

in der letzten Woche habe ich nicht nur weitere Social-Media-Coachingtage und Social-Media-Workshops durchgeführt – ich durfte auch auf einer sehr spannenden Konferenz sprechen. Es handelte sich um die Konferenz „Offene Archive“ und es war quasi die erste Archiv-2.0-Konferenz in Deutschland.

Wenn man sich mit dem Thema Archive 2.0 beschäftigt muss man zuerst verstehen, dass Archive etwas besonderes sind. Im Gegensatz zu Institutionen wie z.B. Bibliotheken haben Archive einen gesetzlichen Auftrag. Sie sind quasi das „Gedächtnis unserer Gesellschaft“ D.h. sie sammeln, sichern und erschließen die Informationen und Inhalte, die es heute und in der Zukunft ermöglichen sollen, zu verstehen, was in unserer Vergangenheit geschah.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, haben Archive eigene Denk- und Arbeitsweisen entwickelt, die auf lange Zeit den Bestand und den Zugang zu Archivalien sicherstellen sollen. Im Laufe der Jahrzehnte entstand eine eigene Kultur, die nicht ohne weiteres kompatibel zur Kultur der digitalen Welt erscheint. In Archiven geht es um fachliche Erschließung, Langzeitarchivierung, Sichern und Bewahren, im Social-Web und der Welt des Gamings geht es um Kooperation, Teilen, Dialog auf Augenhöhe, Prozesshaftigkeit und Interaktion. Dies soll keine Kritik an den Archiven sein. Es gibt gute Gründe, warum Archive so handeln. Und somit ging es auf der Konferenz auch nicht darum, das Archiv an sich in Frage zu stellen. Es ging vielmehr um eine Erweiterung der Archivarbeit, um die Entwicklung zum Archiv 2.0. Also ein Langzeit-Update:-)

Gleichzeitig wissen wir gerade über Archive noch weniger als über Bibliotheken oder Museen. Die Arbeit eines Archivars erscheint vielen wie ein Mythos. Eine Bibliothekarin können sich viele Menschen noch vorstellen – auch wenn das Bild der grauen Maus mit Dutt nicht wirklich die Wirklichkeit darstellt. Aber was macht ein Archivar? Und so wie viele Menschen nicht wissen, was ein Archivar tut, wissen auch viele Menschen nicht, was man alles in einem Archiv machen kann – und vielleicht wissen das einige Archivare auch nicht…

Auf der Konferenz ging es um neue Wege, um einen Aufbruch, um eine neue Kultur. Und so geschah es:-) Ich werde jetzt nicht alle einzelnen Vorträge beschreiben. Ich möchte vielmehr meine persönlichen Gedanken zur Konferenz und dem Thema mit Euch teilen. Da ist zuerst die Freude, dass ich auf der Konferenz zum Thema Gaming sprechen durfte. Auf vergleichbaren Konferenzen geht es zumeist um Social-Media und das mobile Internet. Ich bin auch in diesen Bereichen sehr aktiv und führe jede Menge Workshops und Projekte wie die “Mobile-Internet-Roadshow” durch. Aber das Thema Gaming wird immer gerne vergessen. Dabei ist es letztlich Social-Media 2.0. Wenn man wissen möchte, wie wirklich professionelles Community-Management, Storytelling, Social-Media-Management, Wissensmanagement usw. aussehen kann, muss man nur die Welt des Gamings beobachten.

Es gab eine Vielzahl an spannenden Vorträgen u.a. von Ulrike Schmidt und Christian Spließ Für mich waren aber vor allem die Reaktionen der Zuhörer interessant. Die Teilnehmer dieser Konferenz waren nach Speyer gekommen, weil sie den Weg in die digitale Welt 2.0 gehen wollten. Es gab also keine Grundsatzdiskussionen über die Frage, ob die digitale Welt nicht gefährlich ist bzw. ob man den wirklich in diesem Bereich aktiv sein muss oder ob das alles nicht ein Hype sei. Ebenso interessant war die Tatsache, dass man sowohl einen Blick von außen also z.B. durch mich, als auch einen Blick von innen von Archivaren aus ganz Europa, die bereits im Social-Web aktiv sind, wagen wollte. Es ergaben sich spannende Diskussionen und dabei entwickelten sich viele Ideen.

Kurz vor meinem Vortrag gab es keine Diskussion um Digitalisierungs-Strategien. Diese Diskussion ist nicht neu. Archive haben in den letzten Jahren damit begonnen vor allem ihre Findmittel zu digitalisieren. Im nächsten Schritt geht es nun um die Archivierung der eigentlichen Archivalien. Ich habe den Wunsch nach einer solchen Strategie in meinem Vortrag aufgenommen, und darauf verwiesen, dass Archive (und auch Bibliotheken und Museen) keine Digitalisierungsstrategie sondern einen digitale Strategie benötigen. Es reicht m.E. nicht aus, Inhalte zu digitalisieren. Man muss sich im gleichen Zug darüber Gedanken machen, wie man diese Inhalte vermittelt. Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Es geht nicht darum, möglichst viele Inhalte zu sichern. Erst wenn die Digitalisate von einer möglichst breiten Öffentlichkeit wahrgenommen werden, macht der finanzielle Aufwand Sinn. Aus diesem Grund plädierte ich dafür eine digitale Strategie zu entwickeln, die sowohl die Digitalisierung als auch deren Vermittlung mittels Social-Media und Gaming beinhaltet. Und haben wir damit begonnen, uns Gedanken zu machen, wie diese Strategie aussehen könnte. Thomas Wolf hat in seinem Beitrag einen ersten Entwurf gepostet. Ich möchte nun heute meine Ideen zur Diskussion stellen. Damit wir besser arbeiten können habe ich bei Mindmeister.com eine öffentlich zugängliche Mindmap veröffentlicht.

Am Abend des ersten Tages gab es dann ein Kultup im Stadtarchiv in Speyer. Es war wirklich ein gelungener Abend. Und twittern aus Kulturinstitutionen macht wirklich Spass…

Mein persönliches Highlight war der Vortrag von Christian van der Ven zum Umgang mit der digitalen Welt in den Niederlanden. Er begann mit dem Beschreiben von Archiv-Barcamps und endete in einer niederländischen Version von 23things. Ich wusste schon länger, dass die Niederlande bei der Kultur- und Wissensvermittlung führend sind. In der Bibliothekswelt setzen sie den Standart. Bibliotheken wie die in Delft oder Amsterdam sind nur zwei Beispiele. Nun konnte ich erleben, dass auch die Archive in den Niederlanden führend sind. Wozu also braucht man erfolgreichen Fussball, wenn man solche erfolgreichen Bibliotheken und Archive hat?

Die Konferenz war ein voller Erfolg. Man kann den Organisatoren nur danken. Sie haben wirklich eine großartige Atmosphäre geschaffen. Nun gilt es, die Ideen und Visionen umzusetzen. Ein Archiv 2.0 ist möglich. Der Weg ist steinig aber er lohnt sich – für die Archive und für die Menschen.

Beste Grüße

Christoph Deeg

Wie Google mich über den Umgang mit Technologie nachdenken lässt…

Liebe Leser,

ich bin schon seit drei Tagen im schönen Würzburg um die dortige Stadtbücherei in die digitale Zukunft zu begleiten. Das Projekt macht sehr großen Spass und ich freue mich auf die kommenden Workshops in 2013. Doch obwohl mir die Arbeit in Würzburg große Freude bereitet, war ich gestern zumindest für einen Moment schlecht gelaunt. Und das hat folgenden Grund: Ich bin seit ein paar Monaten auf der Suche nach einem neuen Smartphone. Ich hatte mich in den letzten zwei Jahren sehr über Samsung geärgert. Mein Galaxy S sollte kein neues Android-Update mehr bekommen. So wurde aus einem tollen Werkzeug innerhalb weniger Augenblicke faktisch Elektroschrott. Ok, ja man kann das Smartphone weiter nutzen und es verrichtet seinen Dienst wirklich gut. Aber es war auch so langsam in die Jahre gekommen und man sah ihm an, dass ich es auf meinen Reisen intensiv benutzte.

Ich suchte überall nach einem passenden Nachfolger und dann entdeckte ich das Nexus 4 von Google. Für die Mobile-Internet-Roadshow für Bibliotheken habe ich eine Vielzahl an Geräten gekauft. Schließlich sollen die Teilnehmer ja so viele Geräte wie möglich ausprobieren können. Und so habe ich in den letzten Monaten verschiedene Tablets (iPad, Asus Transformer, Google Nexus 7 und Kindle Fire HD) sowie eBook-Reader und natürlich Smartphones mit verschiedenen Betriebssystemen angeschafft. Das Nexus 4 sollte mein Werkzeug für die nächsten ein bis zwei Jahre sein und zum Glück merkte ich früh genug, dass ich eine neue Simkarte (Micro-Sim) benötigte. Also bestellte ich eine neue Sim-Karte was wiederum bedeutete, dass meine alte Karte diesen Montag deaktiviert wurde. Aber da ich ja durch die Mobile-Internet-Roadshow über eine Vielzahl an Geräten verfüge konnte ich auf ein Windows-Phone von Nokia mit Micro-Sim zurückgreifen.

Also wartete ich gespannt auf den 13. November 2012 um dann mein neues Nexus 4 zu bestellen. Und damit begannen die Probleme. Ich hatte mich bei Google für eine Erinnerungsmail eingetragen. Ich sollte also eine Mail bekommen wenn das Nexus 4 verfügbar ist. Die Mail kam auch – aber ich konnte nicht bestellen. Egal was ich tat und probierte – es wollte einfach nicht funktionieren. Also fragte ich meine Community und musste erfahren, dass das System zusammengebrochen und das Nexus 4 ausverkauft war. Ich war zugegeben mehr als sauer. Ich war enttäuscht und ich hatte ein Problem – denn ein Windows-Phone eignet sich nicht gerade als Arbeits-Werkzeug. Ich begann gestern abend nach einer Alternative zu suchen. Doch je mehr ich suchte desto mehr fragte ich mich, was ich hier eigentlich gerade mache? Wenn ich ehrlich bin, würde das Galaxy S auch noch für ein paar Monate ausreichen. Es mag nicht so cool und manchmal auch langsam sein, aber es kann alles was es soll. Und es ist vorhanden und nicht kaputt. Ich vermisse keine Funktionalität. Je mehr ich darüber nachdachte desto mehr erinnerte ich mich daran, dass Technologie nur ein Werkzeug ist. Es geht nicht um die Frage ob ich die neueste Technologie nutze, sondern was ich damit mache. Es geht auch beim Fußball nicht um ein Stadion, sondern um das was darin passiert. Also bestellte ich bei Amazon einen Sim-Karten-Adapter:-)

Wann immer wir über Technologie nachdenken muss uns doch in Erinnerung bleiben, dass es letztlich um die Frage geht, was wir damit anstellen. Der Coolnesfaktor oder Reiz des Neuen ersetzt nicht die langfristigen Mehrwerte und diese ergeben sich aus den Ergebnissen meiner Arbeit für die ich die Technologie brauche. Es mag komisch klingen aber ich bin Google fast ein bisschen dankbar, dass ich daran wieder erinnert wurde.

Das ändert natürlich nichts daran dass ich nicht verstehen kann, wie sich ein Unternehmen wie Google so derart verschätzen kann. Oder anderes ausgedrückt: Hätte Gott gewollt, dass ich ein Nexus 4 bekomme, hätte er Google mit mehr Know-How ausgestattet:-)

Beste Grüße

Christoph Deeg