Man kann nicht nicht Social Media machen…

Liebe Leser,

im Moment bin ich wieder on Tour Das bedeutet ich reise wieder durch Deutschland und Europa, um Unternehmen, Institutionen und Organisationen zu beraten. Wann immer ich Vorträge und Workshops veranstalte, werde ich von einigen Teilnehmern gefragt, ob man auf das Thema nicht verzichten könne? Und in manchen Fällen scheint es so, als wäre die Arbeit im Bereich Social Media wenig sinnvoll. Dies kann z.B. daran liegen, dass das Unternehmen keine End-Kunden hat, sondern im Bereich B2B tätig ist. Es kann auch sein, dass die Produkte und Dienstleistungen einer Zielgruppe angeboten werden, die sich vermeintlich gar nicht im Social Web bewegen. Und natürlich hört man auch die Standartargumente: „Es ging bis jetzt auch ohne…“ oder „Das ist eh nur ein Hype“ oder „Das ist nicht unsere Aufgabe“. Diese und viele weitere Argumente werden auch durch kontinuierliches Wiederholen nicht besser und vor allem nicht wahr.

Auch wenn man es nicht glauben mag, aber heute kann es sich kein Unternehmen und keine Institution/Organisation mehr leisten, nicht im Bereich Social Media aktiv zu sein. Dies liegt weniger an der allgemeinen Bedeutung von Social Media oder dem Wunsch „dort zu sein, wo die Menschen sind“, als vielmehr an der Tatsache, dass Mitarbeiter, Konkurrenten, Kunden etc. in weiten Teilen im Social Web aktiv sind. Dies führt zu einer Veränderung der Kommunikations- und Arbeitsgewohnheiten und es bedeutet zudem, dass es früher oder später zu einem öffentlichen Dialog über das Unternehmen selbst oder aber über Themengebiete aus dem Umfeld des Unternehmens kommen wird. Durch die Entscheidung nicht selber im Bereich Social Media aktiv zu sein, verhindert man also nicht, dass man Teil der Kommunikation auf diesen Plattformen wird.

Unabhängig davon ist die interne Nutzung von Social Media für nahezu alle Unternehmen und Institutionen sinnvoll. Die Nutzungsmöglichkeiten sind dabei vielfältig. Von der internen Kommunikation, über die Arbeitsorganisation und das Wissensmanagement bis hin zu Innovationsmanagement und Organisationsentwicklung kann Social Media nachhaltig zum Erfolg eines Unternehmens bzw. einer Institution beitragen.

In allen Fällen gilt aber, dass es primär nicht um die Einführungen von neuen Technologien geht. Die Nutzung von Social Media kann nur dann erfolgreich funktionieren, wenn man die damit verbundene Kultur versteht und diese in die Unternehmens- bzw. Institutionskultur integriert.

Beste Grüße

Christoph Deeg

Brief an die digitalen Analphabeten

Liebe digitale Analphabeten,

hier schreibt kein Jugendlicher, kein jugendlicher Erwachsener, kein Kind. Ich bin aufgewachsen mit Telefonen, die eine Wählscheibe hatten. Mein erstes Handy kaufte ich glaube ich mit 20 Jahren. Meine Kindheit war analog – wenn wir mal diese heißen kleinen Gaming-Konsolen etc. herausrechnen. Ich bin kein Digital Native. Ich gehöre nicht zu der Generation, die Ihr gerne als solche bezeichnet, die aber von Euch in Eurer naiv-konservativ-analogen Welt gefangen gehalten wird, in der gerade mal 15% der Schüler den Computer täglich im Unterricht nutzen dürfen.

Ihr digitalen Analphabeten versteckt Euch hinter pseudo-moralischen Ideen. Ihr behauptet, Ihr wollt die Gesellschaft schützen. Ihr verdammt den Fortschritt als unmenschlich. Ihr wollt diskutieren und in Euren Holzmedien über “den Menschen” reden. Ihr redet von der Freiheit der Menschen und davon, dass Ihr diese Freiheit verteidigen wollt. Ihr schreibt Bücher wie „Payback“ und seid doch alles andere als Zurückzahlende oder Freiheitskämpfer. Voller Inkompetenz baut Ihr darauf, dass niemand das Gefängnis erkennt, in welches Ihr ganze Generationen einsperren wollt.

Ja, es hat sich etwas verändert. Ihr wolltet das nicht. Im Gegenteil, es war doch alles gut so wie es ist. Ihr hattet Eure Möglichkeiten und Euren Einfluss. Ihr hattet das goldene Kalb der Deutungshoheit. Es war alles so gut und so einfach. Und nun soll dies alles nicht mehr relevant sein? Ihr erlebt eine Welt, in der so etwas wie „Deutungshoheit“ eine Pointe in einem Witz geworden ist. Nein, Ihr habt die Deutungshoheit nicht an die digitale Welt verloren. Die digitale Welt zeigt Euch nur, dass es nie eine Deutungshoheit gab. Das mag wehtun – gewöhnt Euch daran.

Ich kann Euch verstehen. Ihr müsst alles verdammen, was nach Fortschritt aussieht. Ihr müsst alles tun, damit Eure Vision der digitalen Apokalypse nicht real wird, auch wenn es Euch nach meinem Gefühl weniger um „die Menschen“ oder „die Gesellschaft“ sondern vielmehr um Euch und Eure Macht geht.

Ihr habt lange gewartet. Zu lange gewartet. Längst sind Konzerne entstanden, die öffentliche Aufgaben übernehmen, die eigentlich Ihr hättet übernehmen müssen. Aber Ihr wolltet lieber noch ein bisschen diskutieren. Das passt zu Euch: Viel reden – aber nichts entscheiden.

Und nun werden Euch Entscheidungen abgenommen. Nun beginnen die Menschen zu handeln. Eure Gesetze und Kolumnen waren eh nur für eine kleine Mini-Elite bestimmt, nun erreichen sie fast niemanden mehr. Ihr habt Euch verloren im Beobachten und Reden. Ihr, und nicht die Konsumenten habt die digitale Welt den kommerziellen Unternehmen überlassen. Und nun wollt Ihr eben diese Unternehmen für etwas bestrafen, was Ihr selber zu verantworten habt. Wo sind Eure Konzepte? Wo sind Eure Ideen? Wo sind Eure Visionen? Ist ein bisschen konservativ daher quasseln in Euren kleinen Holzmedien alles was Ihr könnt? Hattet Ihr nicht Zeit und Geld genug, um eigene Ideen und Modelle zu entwickeln?

Wo ist der Unternehmergeist in Deutschland geblieben? Macht es Euch nicht nervös, dass selbst die Kanzlerin mahnt, Ihr solltet euch mehr Mühe geben? Glaubt Ihr eine kleine Gruppe von Pseudo-Kultur-Propheten mit Ihren schwachen Feuilletons könnten Euch retten? Nein! Werdet endlich erwachsen. Wir brauchen keine digitale Präventionsgesellschaft. Wir brauchen keine Möchtegern-Kultur-Menschen, die im Digitalen nichts anderes als Gefahren sehen. Was Ihr nicht verstanden habt ist: diese digitale Welt wird von Menschen gestaltet. Und diese Menschen entwickeln eine neue Kultur, in der Ihr zu einem Auslaufmodell werdet. Nicht Google, Amazon und Facebook sind die Feinde sondern diejenigen, die die Menschen entmündigen, indem sie ihnen sagen, dass man diese digital-analoge Welt nicht gestalten könne.

Wir brauchen keine Verwalter – wir brauen Gestalter. Die digitale Welt ist vor allem eine unglaubliche Chance. Gewiss, sie ist auch voller Risiken. Aber das größte Risiko sind diejenigen, die aus ihrer pseudokulturellen Oase beobachten und richten. Hört auf zu diskutieren und beginnt zu gestalten. Wir brauchen keine Talk-Shows und Interviews. Wir brauchen Menschen, die diese Gesellschaft gestalten wollen.

Ruht Euch nicht auf Eurem vermeintlichen Alter aus. Sätze wie „ich bin bald in Rente und will mich damit nicht mehr beschäftigen“ sind die Aussagen asozialer Konservativer. Es ist egal wie alt man ist – man muss einfach nur bereit sein, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Nein, Ihr müsst keine digitalen Nerds werden. Niemand zwingt Euch einen Account bei Facebook und Co. zu eröffnen. Aber gebt denen den Raum und die Möglichkeiten, die sich auf den Weg in die digital-analoge Welt machen. Ihr braucht keine Angst zu haben. Wir haben vor Euch ja auch keine Angst.

Also: wacht auf! Nutzt die Potentiale der Veränderung! Lasst uns die digitalen Angebote nutzen und gestalten. Und wenn Ihr das nicht wollt, dann schweigt…

Beste Grüße

Christoph Deeg

Facebook lebt!

Liebe Leser,
in den letzten Wochen und Monaten wird immer wieder über Facebook diskutiert. Dabei heißt es immer wieder, Facebook sei immer unbedeutender, da vor allem die jüngere Generation die Plattform verlasse und vor allem Messenger wie z.B. WhatsApp oder WeChat nutze.

Ich finde diese Diskussion vor allem putzig. Wo liegt eigentlich das Problem, wenn die jüngere Zielgruppe Facebook seltener nutzt? Wie groß ist die Kaufkraft dieser Zielgruppe? Wie groß ist die Möglichkeit, diese Zielgruppe wirklich auf Facebook zu erreichen? In der Regel nutzen gerade jüngere Nutzer die Plattform zur privaten Vernetzung. Facebook ist so etwas wie ein Spiegelbild der Kontakte in der analogen Welt. Es ist eine Art virtuelles Wohnzimmer und die Bereitschaft in dieses Wohnzimmer andere Menschen/Institutionen/Unternehmen rein zu lassen ist eher gering.

Der Pseudo-Abgesang auf Facebook ist so ein bisschen der nicht funktionierende Running-Gag der Facebook-Enttäuschten. Deshalb hier meine gegenteilige Meinung. Ich glaube Facebook wird jetzt erst richtig spannend. Denn jetzt könnte es sein, dass Facebook von „Erwachsenen“ entdeckt wird. Letztlich ist Facebook nicht mehr und nicht weniger als eine ziemlich genial gebaute Plattform. Die Inhalte kommen aber von den Usern – das vergisst man ganz gerne. Wenn Facebook erwachsen wird, dann haben wir es mit zahlungskräftigen Kunden zu tun, die vielleicht einfacher zu erreichen bzw. zu aktivieren sind.

Dann müssen wir uns aber überlegen, wofür wir Facebook nutzen möchten. Denn die viel zitierte „PR-Funktion“ von Facebook wird m.E. überbewertet. Der gute alte Wunsch die Menschen dort erreichen zu wollen, wo diese gerade sind, scheint nicht richtig zu funktionieren. Gerade Bibliotheken und Unternehmen müssen immer wieder einsehen, dass sie gerade die junge Zielgruppe kaum oder so gut wie gar nicht erreichen. In beiden Fällen – den Bibliotheken und den Unternehmen – spiegelt das sehr oft die Lage in der analogen Welt wieder.

Nein, Facebook ist vor allem eines: eine große Chance. Wenn wir begreifen, dass es nicht um Zielgruppen, sondern um Communitys, nicht um Kampagnen, sondern um Beziehungen, nicht um Fans, sondern um Kommunikation geht, dann kann Facebook etwas wirklich Großes werden. Oder wie ich es schon an anderer Stelle gesagt habe: es geht nicht um die Plattform sondern um die Menschen, die darauf aktiv sind. Vielleicht sollten sich die Facebook-Enttäuschten einfach ein bisschen mehr Mühe geben?

Beste Grüße

Christoph Deeg

Social Media als Querschnittsfunktion des Managements

Liebe Leser,
vorgestern durfte ich auf dem Treffpunkt Kulturmanagement zum Thema „Social Media als Querschnittsfunktion des Managements“ sprechen. Dieses Thema ist für mich besonders spannend.

Für Viele ist Social Media eine Aufgabe für PR- und/oder Marketingabteilungen. Diese Herangehensweise ist nicht falsch aber eben auch nicht richtig. Es gibt kein Unternehmen und keine Organisation, für die Social Media nicht relevant ist. Alle Geschäftsbereiche eines Unternehmens/einer Organisation werden direkt und/oder indirekt durch Social Media beeinflusst. Dabei geht es nicht nur um Plattformen und Technologien sondern vielmehr um eine neue Kultur bzw. eine neue Form zu Denken und zu Arbeiten. Möchte man als Unternehmen oder Organisation Social Media erfolgreich nutzen, kann dies nicht die Aufgabe der PR- oder Marketingabteilung sein. Es muss dann eine Management- bzw. Querschnittsfunktion des gesamten Unternehmens sein. Am Beispiel von Kulturinstitutionen habe ich versucht, zu beschreiben, was diese Idee in der konkreten Umsetzung bedeutet. Das wir dabei u.a. zu dem Schluss gekommen sind, dass Kulturinstitutionen letztlich kein strategisches Management kennen, war für mich sehr interessant – aber nicht weiter verwunderlich:-)

Natürlich wurde der Vortrag aufgezeichnet. Ich wünsche Euch viel Spass damit und freue mich auf die Diskussion…

Beste Grüße

Christoph Deeg

Herzlichen Glückwunsch Facebook – nachträglich

Liebe Leser,

die meisten von Euch haben es sicherlich mitbekommen: Facebook ist 10 Jahre alt geworden. Das ist kaum zu glauben oder? Es sind gerade mal 10 Jahre und in dieser kurzen Zeitspanne hat Facebook bzw. das Social Web unser Leben nachhaltig verändert. Ich gebe zu, dass ich am Anfang gar kein Facebook-Nutzer war. Ich bewegte mich auf Myspace. Dort konnte ich mich mit anderen Menschen aus aller Welt vernetzen und zudem ein paar meiner Musik-Tracks veröffentlichen. Zur damaligen Zeit hatten sehr viele Bands ein Profil auf Myspace und es gab viele tolle Community-Angebote. So gab es kleine internationale Gruppen, die die Tracks von Menschen wie mir rezensierten und einmal habe ich es sogar in deren TOP 5 der Woche geschafft.

Nun gut, es war auch die Zeit, in der sich mein Leben veränderte. Vom Nutzer dieser Tools wurde ich in sehr kleinen Schritten zum Berater in diesem Bereich. Es war ein spannender Weg und es ist immer wieder beeindruckend für mich, dass ich einen Beruf habe, der erst durch Facebook und Co. entstanden ist. Facebook ist immerhin so berühmt geworden, dass nahezu alle Medien über den Geburtstag berichten. Leider ist diese Berichterstattung in vielen Teilen oberflächlich. Da heißt es die Jugendlichen und jungen Erwachsenen würden dort Essensbilder teilen und massenhaft „Gefällt mir“ drücken. Man redet von Zeitverschwendung, von Aktienkursen und Werbung und Datenschutz. Und natürlich darf die alte Diskussion über das Thema „Freunde“ nicht fehlen. Es ist ärgerlich, aber man kann es verstehen. Die klassischen Medien haben sich in der Breite bis heute nicht mit der digitalen Welt anfreunden können. Ihnen fehlt jedes Verständnis für die Plattformen und – und das ist noch enttäuschender – für das was die Menschen dort tun. Und das Wort „Zeitverschwendung“ ist gerade aus dem Mund der klassischen Medien absurd…

Aber genau das ist es, was wirklich interessant an diesem Geburtstag ist: Nicht Facebook hat Geburtstag, sondern wir – die Menschen, die seit 10 Jahren Inhalte auf Facebook teilen, kommentieren und liken. Facebook ist nicht mehr und nicht weniger als eine geniale Plattform, die es den Menschen ermöglicht und sie animiert, miteinander zu kommunizieren. Und das ist etwas, von dem die meisten herkömmlichen Medien wenig bis gar keine Ahnung haben. Wir sollten nicht Facebook feiern sondern uns…

Aber Facebook steht auch für die Frage, inwieweit Unternehmen und Institutionen mit der Lebensrealität eines großen Teils unserer Bevölkerung überhaupt noch kompatibel sind? Wir dürfen nicht vergessen, dass der freie Zugang zum Internet weder in Unternehmen noch in öffentlichen Institutionen selbstverständlich ist. Und selbst wenn man dann auf Facebook oder vergleichbaren Plattformen aktiv ist, heißt das noch lange nicht, dass man die Kultur des Social Web, die neuen Denk- und Arbeitsweisen verstanden und verinnerlicht hat. Viele Unternehmen und Institutionen müssen feststellen, dass sie nicht kompatibel zu den Menschen und Ihrer Kommunikationskultur sind.

Leider wird Facebook viel zu oft als PR-Tool missverstanden. Man möchte doch so gern die Menschen dort erreichen wo sie angeblich sind. Daraus resultiert, dass man PR-Agenturen mit Facebook-Kampagnen beauftragt, bei denen es dann sehr oft weniger um nachhaltiges und umfassendes Community-Building als vielmehr um mehr Fans, mehr Kommentare und mehr Geld für den Chef der PR-Agentur geht. Das alles ist verständlich aber es hilft nicht weiter. Es geht nicht darum, einen Kontakt herzustellen, sondern darum eine Beziehung zu Menschen aufzubauen. Es geht nicht um Fans, Likes und Kommentare sondern um Interaktion, Offenheit, Teilen, Kooperation, Kreativität und um Spass. Niemand möchte mit einer Institution reden – wir wollen mit Menschen reden.

Ich finde Facebook nachwievor großartig. Und der so oft angestimmte Abgesang auf Facebook, weil doch „die jungen Menschen“ nun vermehrt Messenger wie WhatsApp nutzen ist ein bisschen putzig. Was wäre eigentlich so schlimm daran, wenn Facebook eine Plattform von Erwachsenen wird? Wie gesagt, Facebook wird von den Menschen gestaltet. Und das bedeutet, dass sich die Plattform ändern kann. Vielleicht werden aber auch nur einige Unternehmen und Institutionen inkl. ihrer PR-Berater nervös, weil sie nicht wissen, wie man auf den stetigen Wandel in der digitalen Welt reagieren soll. Wenn sich Dinge ändern und man flexibel auf die Menschen reagieren muss.

In diesem Sinne: Auf die nächsten 10 Jahre Facebook. Mögen die Unternehmen und Institutionen irgendwann die Menschen und ihre Lebensrealität verstehen und damit umgehen können…

Beste Grüße

Christoph Deeg

Willkommen bei der Social-Media-Academy-Berlin…

Liebe Leser,

ich hoffe Ihr seid alle gut ins Jahr 2014 gekommen? Seit meinem letzten Blogbeitrag ist mal wieder etwas Zeit vergangen. Ich war im Herbst/Winter 2013 18 Wochen am Stück unterwegs und habe Institutionen und Unternehmen auf ihrem Weg in die digitale Welt beraten und begleitet. Nun steht ein neues Jahr an und es sieht so aus, als würde dieses Jahr das Jahr der großen Veränderungen für mich werden. Es stehen unglaublich spannende Projekte an und wenn alles gut läuft, werde ich am Ende des Jahres auf ein paar ziemlich große Dinge zurückblicken können.

Das vielleicht größte Projekt ist die Social-Media-Academy-Berlin. Mit diesem Projekt verwirkliche ich einen meiner Träume. Seitdem ich im Bereich „Digitale Welten“ unterwegs ´bin, habe ich mit dem Gedanken gespielt, eine eigene Academy aufzubauen. Dabei ging es mir weniger darum, einfach eine weitere Ausbildungseinrichtung im Bereich Social-Media zu starten. Es gibt schon heute viele Möglichkeiten, sich in diesem Bereich weiter zu bilden. Aber es gab und gibt ein paar Punkte bzw. Inhalte, die mir bei den meisten dieser Einrichtungen fehlen. In vielen Fällen geht es beim Thema Social-Media um eine Aufgabe der PR-Abteilung oder des Marketing. Ich glaube aber, dass dieser Ansatz nicht ausreicht. Social-Media ist mehr als nur ein weiteres Kommunikationstool. Social-Media steht weniger für Plattformen und Technologien als vielmehr für eine neue Kultur bzw. neue Formen zu Arbeiten und zu Denken. Diese neuen Denk- und Arbeitsweisen haben einen tiefgreifenden Einfluss auch auf die analoge Welt. Möchte ein Unternehmen oder eine  Institution in diesem Bereich erfolgreich sein, geht es letztlich um die Frage, ob man mit dieser „Social-Media-Kultur“ als Ganzes kompatibel ist oder nicht.

Wenn man diese Zusammenhänge akzeptiert dann ist Social-Media keine Aufgabe einer oder mehrerer Abteilungen sondern eine Querschnittsfunktion des Unternehmens bzw. des Managements. Darüber hinaus ist Social-Media letztlich für jede Abteilung eines Unternehmens potentiell relevant. Dies betrifft also nicht nur Marketing und PR sondern ebenso Sales, HR, Entwicklung, Interne Revision etc. Zudem geht es um die interne und die externe Nutzung von Social-Media.

Wenn Social-Media eine Querschnittsfunktion eines Unternehmens ist, dann wird dieses Thema das Unternehmen verändern. Dieser Veränderungsprozess mag sehr unterschiedlich verlaufen aber stattfinden wird er auf jeden Fall. Wenn ein Unternehmen oder eine Institution Social-Media erfolgreich nutzen möchte, dann müssen diejenigen Mitarbeiter, die mit dieser Aufgabe primär vertraut werden, nicht nur auf die externe Nutzung als Kommunikationswerkzeug sondern ebenso auf den damit verbundenen Veränderungsprozess vorbereitet werden. Und genau dies möchten wir mit der Social-Media-Academy-Berlin erreichen.

Das Angebot der Academy umfasst in einem ersten Schritt vier Bereiche:

-          Die Ausbildung zum Social-Media-Koordinator

-          Die Ausbildung zum Social-Media-Manager

-          Workshops für Führungskräfte

-          Social-Media-Consulting

Alle Veranstaltungen sind Präsenzveranstaltungen, welche in Berlin durchgeführt werden. Wir starten am 01. April mit den ersten Kursen. Man kann die Academy auch auf Facebook, Twitter und Youtube finden.

Ich bin sehr gespannt wie sich die Academy entwickeln wird. Es liegt auf jeden Fall ein spannender Weg vor mir und ich werde im Laufe dieses Jahres immer wieder über den aktuellen Stand berichten…

 

Beste Grüße

 

 

Christoph Deeg

Ein Bibliotheks-Image-Film der keiner ist…

Liebe Leser,

wie Ihr wisst, arbeite ich sowohl für Unternehmen als auch für Institutionen wie z.B. Bibliotheken. In beiden Fällen geht es um die Frage, wie man auf die Herausforderungen der digitalen Welt reagieren kann. In der Regel begleite ich die Unternehmen und Institutionen über viele Monate.

In diesem kurzen Beitrag geht um einen aktuellen Imagefilm des Deutschen Bibliothekverbands (DBV) Mit solchen Imagefilmen sollen die Bibliotheken unterstützt bzw. als kompetente Bildungs- und Kulturinstitutionen präsentiert werden. Der aktuelle Imagefilm ist aber m.E. völlig schief gegangen:

Es gibt von meiner Seite sehr viele Kritikpunkte. Die Musik, der Text, die Bilder, die Emotionslosigkeit etc. all das hat für mich nichts mit Bibliotheken zu tun. In den letzten Jahren habe ich sehr viele Bibliotheken besucht und mit ihnen arbeiten dürfen und für mich hat dieser Film mit der Realität der Bibliotheken wenig zu tun. Ich kann mir sogar vorstellen, dass dieser Film kontraproduktiv ist. Er schadet auf jeden Fall den Bibliotheken und Bibliotheksmitarbeitern, die sich auf den Weg hin zu einer modernen Bibliothek gemacht haben.

Was mich aber besonders traurig macht ist die Tatsache, dass man hier offensichtlich nicht in den Bibliotheken nachgefragt hat, ob man den Film nicht zusammen entwickeln möchte. Denn es gibt Beispiele aus Bibliotheken, die wirklich toll sind und Spass machen. Ich habe nur als Beispiel mal einen Film aus der Stadtbücherei Hilden herausgesucht:

Sicherlich gibt es verschiedene Geschmäcker – aber der Film aus Hilden macht m.E. Lust auf die Bibliothek. Und er zeigt, Bibliotheken können Spass machen…

Beste Grüße

Christoph Deeg